https://www.faz.net/-gqe-9ll7k

Trotz möglicher Bankenfusion : Unicredit will angeblich die Commerzbank übernehmen

  • Aktualisiert am

Will Unicredit die Commerzbank übernehmen? Bild: AFP

Die Deutsche Bank und die Commerzbank verhandeln über eine Fusion. Jetzt funkt aber angeblich die italienische Bank Unicredit dazwischen.

          1 Min.

          Die italienische Großbank Unicredit bereitet einem Zeitungsbericht zufolge eine Übernahmeangebot in Milliardenhöhe für die Commerzbank vor. Der Konzern werde sich wahrscheinlich nicht in die laufenden Fusionsgespräche zwischen Commerzbank und Deutsche Bank einschalten, stehe aber bereit, falls diese Gespräche scheitern sollten, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Unicredit wolle mit einem bedeutenden Anteil die Kontrolle der Commerzbank übernehmen und diese dann mit ihrem deutschen Tochterunternehmen Hypo-Vereinsbank fusionieren.

          Unicredit und Commerzbank lehnten einen Kommentar zu dem Bericht ab. Die Unicredit ist wegen der wirtschaftlichen Krise in Italien selbst angeschlagen, zuletzt ging es aber wieder aufwärts.

          Der „FT“ zufolge würde die fusionierte Bank ihren Sitz in Deutschland haben, der Mutterkonzern Unicredit seinen in Italien. Vor zwei Jahren hatte es Berichte gegeben, dass die italienische Bank in Berlin Interesse an der Commerzbank angemeldet habe. Dem Bericht zufolge soll Unicredit Kontakt mit deutschen Regierungsvertretern wegen eines möglichen Gebots aufgenommen haben. Die Bank dementierte später ein solches Interesse. Eine Übernahme der Commerzbank könnte wohl nicht gegen den Widerstand des Bundes gelingen, denn der Staat ist mit 15 Prozent an der Bank beteiligt, seit er ihr in der Finanzkrise unter die Arme griff.

          Deutsche Bank und Commerzbank loten derzeit Möglichkeiten für eine Fusion aus, auch weil Bundesfinanzminister Olaf Scholz sich für einen starken nationalen Champion in der Branche ausgesprochen hatte. Insidern zufolge drückt vor allem die Commerzbank dabei auf das Tempo, während sich die Deutsche Bank etwas mehr Zeit für die Gespräche nehmen wolle, sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen am Mittwoch. An den unterschiedlichen Vorstellungen über den Zeitplan sollten die Verhandlungen aber nicht scheitern.

          Die Unicredit-Aktie gehört seit der Finanzkrise – neben den Anteilen der Deutschen Bank und der Commerzbank – zu den größten Verlierern unter den europäischen Banktiteln. Nachdem der seit 2016 amtierende Chef Jean Pierre Mustier mit den Altlasten aufgeräumt und das Kapital erhöht hat, ist die Bank aber wieder aber in ruhigeren Fahrwassern. Zudem kommt die Unicredit aktuell auf einen Börsenwert von 27 Milliarden Euro und damit auf deutlich mehr als die Deutsche Bank, die derzeit nur knapp 16 Milliarden Euro wert ist. Die Commerzbank wird derzeit an der Börse mit ungefähr neun Milliarden Euro bewertet. 

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gestärkt: Der türkische Staatspräsident Erdogan spricht am Sonntag mit türkischen Journalisten

          Türkische Offensive : Erdogans Gewinn

          Wieder einmal stärkt eine Krise, die der türkische Staatspräsident ausgelöst hat, seine innenpolitische Stellung. Die ausbleibende internationale Unterstützung aber dürfte einen hohen Preis haben.
          Zweimal Gündogan: Kimmich schreit seine Erleichterung über die Treffer des Kollegen heraus.

          3:0 für Deutschland : Geduldsspiel in Tallinn

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss einen frühen Platzverweis von Emre Can verkraften, gewinnt aber nach zähem Beginn 3:0 in Estland. Gündogan trifft zweimal, Werner setzt noch einen drauf.
          Was denkt die Queen über den Brexit? Die britische Königin Elisabeth II. im Mai 2019.

          Brexit-Streit : Die Queen liest Johnson

          Elisabeth II. trägt an diesem Montag im Unterhaus das Regierungsprogramm des Premierministers Boris Johnson vor. Im Zentrum steht der Brexit-Prozess, der gerade in einer entscheidenden Phase ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.