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Benzin-Preis : Ungarn beendet Tanktourismus

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Eine Frau hält an einer Tankstelle an einer Zapfsäule eine Zapfpistole in der Hand und betankt ein Auto. Bild: dpa

Fahrer mit ausländischen Kennzeichen müssen ab jetzt deutlich mehr für Sprit in Ungarn zahlen. Damit könnte das Land gegen den EU-Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen.

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          In Ungarn bereitet die national-konservative Regierung dem Tanktourismus ein Ende. Seit Freitag ist es Fahrern mit ausländischen Kennzeichen nicht mehr möglich, zu ermäßigten Preisen Treibstoff an ungarischen Tankstellen zu kaufen. Nun müssen sie Marktpreise und damit deutlich mehr für Energie und Diesel bezahlen.

          Noch am Donnerstag stürmten die Autofahrer die Zapfsäulen, vor allem im Westen des Landes an der Grenze zu Österreich. In den zurückliegenden Monaten hat der Tanktourismus in Ungarn floriert. Der ursprünglich Mitte November eingeführte Preisstopp für Benzin und Dieselkraftstoffe wurde bereits zweimal verlängert und gilt bis Anfang Juli. Das Tanken im Transitverkehr und durch Pendler, die aus dem benachbarten Ausland bewusst zum Tanken und Einkaufen nach Ungarn kamen, steigerte den Spritabsatz in den vergangenen Monaten deutlich. Ein Liter Benzin, beziehungsweise Diesel kostet umgerechnet 1,24 Euro. In Österreich liegen die Preise derzeit bei einem Preis von rund 1,70 Euro und mehr. Eine 60-Liter-Tankfüllung ist damit in Ungarn um rund 30 Euro und damit rund ein Viertel günstiger.

          Die Preisobergrenzen haben aber nicht nur grenznahe Verbraucher in das kleine mitteleuropäische Land gezogen, sondern auch kleine Betreiber in die Unwirtschaftlichkeit. Immer mehr haben mit einer Angebotsverknappung reagiert. Kanzleramtsminister Gergely Gulyás und Wirtschaftsminister Márton Nagy gaben das Ende des Tanktourismus und beträchtliche Sondersteuern für große Unternehmen - Banken, Versicherungsgesellschaften, Handelsketten, Energieunternehmen, Pharmaunternehmen, Telekom-Firmen und Fluggesellschaften - am Donnerstagnachmittag bekannt.

          Gulyás zufolge ist Tanken in Ungarn europaweit am günstigsten. Doch gebe es auch Missbrauch und Tanktourismus, deshalb hat die Regierung mit einem Aus für Ausländer reagiert. Man wolle damit den „Tanktourismus“ in der Grenzregion stoppen. Allerdings dürfte Ungarn mit dieser Maßnahme gegen den EU-Gleichbehandlungsgrundsatz verstoßen.

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