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Softwarekonzern aus Walldorf : SAP steckt sich für 2020 höhere Ziele

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Die schon länger bekannten Ziele für das laufende Jahr hob der mit einem Marktwert von 150 Milliarden Euro wertvollste Dax-Konzern leicht an. Bild: Reuters

Vor allem die Cloud-Sparte stimmt die SAP-Verantwortlichen zuversichtlich. Doch neben dem Konzernumbau machen auch die zugekauften Programme Arbeit.

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          Der Softwarekonzern SAP hat bei anhaltend starkem Wachstum des Cloud-Geschäfts das Betriebsergebnis im vergangenen Jahr wie erwartet gesteigert. Der um Sonder- und Währungseffekte bereinigte operative Gewinn kletterte 2019 um elf Prozent auf 8,2 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Dienstag in Walldorf mitteilte. Bei einem Umsatzanstieg um neun Prozent auf 27,6 Milliarden Euro verbesserte sich die operative Rendite damit um 0,6 Prozentpunkte auf 29,6 Prozent. Das Umsatzwachstum wurde dabei durch die Übernahme des amerikanischen Marktforschers Qualtrics Anfang vorigen Jahres getrieben, der eine halbe Milliarden Euro erlöste.

          Der Marktführer für Unternehmenssoftware schnitt damit so ab wie versprochen und wie von Analysten erwartet. „Das fünfte Jahr in Folge haben wir unseren Ausblick für das Geschäftsjahr erreicht“, erklärte Finanzchef Luka Mucic. Wachstumstreiber blieb das Geschäft mit Software-Abonnements über das Internet, der Cloud-Umsatz stieg bereinigt um 35 Prozent, während das traditionelle Geschäft mit Lizenzen und Wartung nur ein Prozent über Vorjahr lag.

          Zugekaufte Programme sollen besser integrieren

          Hohe Ausgaben für Personalumbau und Aktienboni für die Mitarbeiter ließen aber den Nettogewinn um 17 Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Euro schrumpfen. Rund 4000 Beschäftigte verließen das Unternehmen gegen Abfindungen, darunter etwa 1400 in Deutschland. Unter dem Strich wuchs die Belegschaft dennoch um knapp 4000 auf insgesamt 100.330 Mitarbeiter. Für dieses Jahr sei kein Personalabbau geplant, erklärte Mucic.

          SAP

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          Die neuen Vorstandschefs, Jennifer Morgan und Christian Klein, rechnen mit weiterhin dynamischem Zuwachs im Cloud-Geschäft. SAP stellt seine IT-Lösungen für Unternehmen seit gut zehn Jahren auf den Vertrieb über Software-Abonnements statt über Lizenzen um. Die Erlöse fließen dabei über einen längeren Zeitraum, aber stetiger. „Wir sehen einen enormen Erfolg des Kerngeschäfts und hohes Wachstum in der Cloud“, sagte Klein. SAP baute das als zukunftsträchtig geltende Geschäft auch mittels milliardenschwerer Übernahmen aus. Das neue Führungsduo, das den langjährigen Chef Bill McDermott im Oktober ablöste, will jetzt vor allem die zugekauften Programme besser integrieren. Doppelarbeit soll vermieden werden, sodass Marketing, Vertrieb, Entwicklung oder Verwaltung effizienter arbeiten.

          Die schon länger bekannten Ziele für das laufende Jahr hob der mit einem Marktwert von 150 Milliarden Euro wertvollste Dax-Konzern leicht an. Der Umsatz soll um sechs bis acht Prozent auf 29,2 bis 29,7 Milliarden Euro klettern, der bereinigte Betriebsgewinn um acht bis 13 Prozent auf 8,9 bis 9,3 Milliarden zulegen. Im Mittel der Prognosespanne würde die Umsatzrendite damit um mehr als einen Prozentpunkt auf 30,9 Prozent steigen, erklärte Mucic. „Wir werden bei der Marge 2020 schneller vorankommen“, ergänzte er. SAP ist damit auf Kurs, sein vor einem Jahr gestecktes Mittelfristziel von mehr als 35 Milliarden Euro Umsatz und 34 Prozent Rendite zu erreichen.

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