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Umbau der Industrie : Langer Atem für den Wasserstoff

Noch ein langer Weg für Stahlproduktion mit Wasserstoff: Entnahme einer Probe von Flüssigmetall bei Thyssenkrupp in Duisburg. Bild: Reuters

Gerade im Ruhrgebiet tut sich einiges in der Forschung als auch der Industrie – doch noch sind viele Fragen offen.

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          Duisburg. Die Teststände im Labor des Zentrums für Brennstoffzellentechnik (ZBT) hat man sich natürlich selbst aufgebaut, um so flexibel wie möglich zu sein. An 70 Laborarbeitsplätzen in dem einen Gebäude und weiteren 40 im Neubau ne­benan wird Wasserstoff unter anderem auf seine Qualität analysiert. Seit 20 Jahren wird hier in Duisburg schon daran geforscht, Wasserstoffprodukte für den Markt vorzubereiten. Als Ausgründung der Universität Duisburg-Essen bereiten die inzwischen rund 150 Mitarbeiter mit ihren Experimenten auch die regulatorischen Rahmenbedingungen vor.

          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          „Wir sind an einem Punkt, an dem wir sehr schnell Geschwindigkeit aufnehmen können, um zu zeigen, dass es funktioniert“, sagt Joachim Jungsbluth. Er ist in der gemeinnützigen Gesellschaft für die Wasserstoffsicherheit und Anwendung zu­ständig, seit mehr als 25 Jahren forscht der Diplom-Ingenieur in dem Bereich. Zwar wird Wasserstoff seit bald 100 Jahren schon in chemischen Prozessen benutzt, doch bekommen die Moleküle durch die Klimaanstrengungen der Industrie und die politsche Debatte gerade rund um die Si­cherheit der Energieversorgung derzeit eine völlig neue Bedeutung. Jungsbluth vergleicht die derzeitige Situation gern mit Frau Benz, die in ihrer Zeit in die Apotheke gefahren sei, um Wundbenzin zu kaufen, weil es noch an Tankstellen mangelte. „Wir kommen von einer homöopathischen Menge an Wasserstoff zu einer, die nicht richtig vorstellbar ist“, sagt Jungsbluth. Gleichwohl ist der ZBT-Ingenieur optimistisch, dass der Umbau der Industrie gelingen kann. „Wir haben hier sowohl die An­wender als auch die Technologie und die Möglichkeit, den Wasserstoff hier hinzubekommen.“

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