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Konzern bestätigt Vorwürfe : Russische Infanteriefahrzeuge fahren mit Bauteilen von Bosch

Zerstörte russische Infanteriefahrzeuge Bild: Reuters

Die ukrainische Armee hat russische Fahrzeuge analysiert und dabei Bauteile von Bosch gefunden. Der Konzern bestätigt jetzt, dass die Komponenten aus seiner Produktion kommen.

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          In Fahrzeugen der russischen Armee wurden Bauteile von Bosch verbaut. Das bestätigte der größte Autozulieferer der Welt am Montag. Entsprechende Vorwürfe hatte zuvor der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba erhoben.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          „Vor ein paar Tagen hat unsere Armee russische Infanteriefahrzeuge für sich aufgetan – und wir haben in eines dieser Fahrzeuge hineingeschaut und gesehen, dass eines der Hauptkomponenten, die das Fahrzeug mit antreiben, tatsächlich von Bosch geliefert wurde“, sagte Kuleba am Sonntagabend in der Sendung „Anne Will“. Bosch habe „jahrelang für die russische Militärmaschinerie notwendige Komponenten geliefert, damit diese Fahrzeuge in die Ukraine einmarschieren und unsere Städte zerstören können“.

          „Ein Teil aus unserer Produktion“

          Der Autozulieferer sei nur ein Beispiel. Er habe mit Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) einige weitere Fälle besprochen, in denen deutsche Unternehmen an Russland Produkte, die nun militärisch verwendet würden, bereitgestellt hätten. Deutschland insgesamt habe „dazu beigetragen, die aktuelle Macht von Russland mit aufzubauen“ und eine „groß angelegte Verteidigungszusammenarbeit mit Russland“ betrieben.

          Bosch bestätigte nun, dass Bauteile des Konzerns eingebaut wurden. Man habe von den Vorwürfen am Sonntagabend unter anderem aus den Medien erfahren und sei mit dem ukrainischen Ministerium in Kontakt. Die Komponente sei „nicht von Bosch an den Fahrzeughersteller geliefert“ worden, bekräftigte das Unternehmen in der Stellungnahme. Es handle sich jedoch „um ein Teil aus unserer Produktion“.

          Enge Beziehungen nach Russland

          Wie genau die Teile in den Militär-Fahrzeugen gelandet sind, führte Bosch nicht aus. Die Motor- und Getriebekomponenten für Lastwagen würden überall auf der Welt eingesetzt. „Für die Belieferung von russischen Automobilkunden ist in den lokalen Verträgen grundsätzlich geregelt, dass Bosch-Produkte ausschließlich für zivile Anwendungen eingesetzt werden dürfen.“

          Daran hat sich mindestens ein Bosch-Kunde nun offenbar nicht gehalten. Wer die Kunden sind, wollte eine Sprecherin nicht sagen. Der Konzern entwickelt, fertigt und vertreibt nach eigenen Angaben „keine Waffen“ und keine Systeme und Komponenten, die nur wehrtechnisch angewendet werden können.

          Die Automobilindustrie in Baden-Württemberg hatte vor dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine enge Beziehungen nach Russland. Daimler Truck, der größte Lastwagenhersteller der Welt, kooperierte ebenso wie Bosch-Konkurrent ZF Friedrichshafen mit Kamaz, einem Hersteller von Lastwagen, Bussen und Panzern. Daimler Truck und ZF Friedrichshafen haben die Zusammenarbeit auf Eis gelegt und betonen, dass diese rein ziviler Natur war.

          Der Autokonzern Mercedes hat sein Russlandgeschäft ebenfalls auf Eis gelegt, ist aber nach wie vor mit 15 Prozent an Kamaz beteiligt. Der Anteil soll perspektivisch an Daimler Truck, das kürzlich von Mercedes abgespalten wurde, übertragen werden.

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