https://www.faz.net/-gqe-a3f3s

Uiguren-Lager in China : H&M zieht Konsequenzen nach Zwangsarbeit-Vorwürfen

  • Aktualisiert am

Eine H&M-Filiale in Hongkong Bild: Reuters

Der Modekonzern H&M beendet die Zusammenarbeit mit einem chinesischen Garn-Produzenten. Zuvor hatte eine Denkfabrik den Vorwurf erhoben, H&M und viele weitere Unternehmen profitierten von Zwangsarbeit durch Uiguren.

          1 Min.

          Der schwedische Modekonzern H&M beendet wegen Vorwürfen der Zwangsarbeit seine Beziehungen zu einem chinesischen Lieferanten. Die Beziehungen zu dem Garn-Produzenten Huafu sollten innerhalb der kommenden zwölf Monate auslaufen, kündigte das Unternehmen an. Auch will H&M nach eigenen Angaben keine Baumwolle mehr aus der chinesischen Provinz Xinjiang beziehen, wo laut Menschenrechtsaktivisten die muslimischen Uiguren von den Behörden massiv unterdrückt werden.

          Die Denkfabrik Australian Strategic Policy Institute (Aspi) hatte schon im März den Vorwurf erhoben, H&M sowie mehr als 80 andere ausländische und chinesische Unternehmen profitierten von Zwangsarbeit durch Uiguren. Aspi nannte in diesem Zusammenhang auch Huafu.

          Umerziehungslager für Uiguren

          H&M betonte nun, dass es keine Beziehungen zu den Aktivitäten von Huafu in Xinjiang unterhalte. Das Gleiche gelte für eine Huafu-Fabrik in der Provinz Anhui, die in dem Aspi-Bericht zu Zwangsarbeit ebenfalls genannt worden war.

          Allerdings gebe es eine „indirekte Geschäftsbeziehung“ zu einer Huafu-Anlage in der Provinz Zhejiang, räumte der schwedische Konzern an. Doch habe H&M „keine Hinweise“ darauf, dass in dieser Fabrik Zwangsarbeiter eingesetzt würden, hieß es ferner in der Mitteilung. Gleichwohl habe H&M beschlossen, seine Beziehungen zu Huafu zu beenden.

          Die chinesische Regierung steht wegen ihres Vorgehens gegen die Uiguren und andere muslimische Minderheiten international massiv in der Kritik. Schätzungen zufolge sollen in Xinjiang rund eine Million Uiguren in Umerziehungslagern inhaftiert sein.

          Peking hatte die Existenz der Lager zunächst bestritten und spricht heute von „Berufsbildungszentren“ zur Deradikalisierung. „Überzählige“ Arbeitskräfte würden in andere Regionen gebracht, um die Armut zu bekämpfen. Der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge wurden so 2019 mehr als 25.000 Arbeiter aus Xinjiang „transferiert“.

          Weitere Themen

          So sparen Autofahrer Geld Video-Seite öffnen

          Tipps für das Tanken : So sparen Autofahrer Geld

          Diesel und Benzin werden immer teurer - Autofahrer können sich aber Preisschwankungen an der Tankstelle zunutze machen. Zahlreiche Apps zeigen die günstigsten Zapfsäulen an - und eine sparsame Fahrweise schont ebenfalls den Geldbeutel.

          Topmeldungen

          Ärzte fordern das Ende von Massen-Coronatests an Schulen.

          Corona-Pandemie : Sieben-Tage-Inzidenz steigt über 75

          Das Robert Koch-Institut hat 6771 Corona-Neuinfektionen registriert, die Inzidenz liegt bei 75,1. Elternvertreter und Patientenschützer fordern angesichts der steigenden Fallzahlen eine Impfpflicht für Lehrer und Pflegepersonal.
          Julian Reichelt am 30. Januar 2020 auf einer Messe in Düsseldorf

          Bild-Chef Julian Reichelt : Sex, Lügen und ein achtkantiger Rauswurf

          Erst bringt die New York Times eine Riesenstory über Springer. Vorher stoppt der Verleger Ippen eine Recherche über den Bild-Chef Reichelt. Der ist seinen Job plötzlich los. Er hat wohl den Vorstand belogen. Die Chaostage sind perfekt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.