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Überraschendes Jahresergebnis : BASF steigert Gewinn stark

  • -Aktualisiert am

Im Aufwind: Basischemie, Wintershall und Trump beflügeln das Ergebnis des Chemiekonzerns BASF. Bild: dpa

BASF konnte seinen Gewinn im vergangenen Jahr erheblich steigern: Das Geschäft mit Basischemikalien und Wintershall beflügelt das Ergebnis – und Trumps Steuerpläne sorgen für einen zusätzlichen Schub.

          Der Chemiekonzern BASF hat seinen Gewinn 2017 überraschend stark gesteigert. Weil die Ergebnisgrößen die Analystenschätzungen nach Ansicht des Konzerns „erheblich“ übertreffen, machte er die vorläufigen Jahresergebnisse früher als geplant schon am Donnerstag in einer Pflichtmitteilung bekannt. Demnach steigerte das Unternehmen den Umsatz um 12 Prozent auf 64,5 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen übertraf den Vorjahreswert mit 8,3 Milliarden Euro sogar um 32 Prozent. Der Jahresüberschuss wird den Vorjahresgewinn sogar um die Hälfte auf 6,1 Milliarden Euro übertreffen.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Ludwigshafen.

          Den zusätzlichen Schub hat BASF den Steuerplänen des amerikanischen Präsidenten zu verdanken. Die angekündigte Senkung des Körperschaftsteuersatzes von 35 Prozent auf 21 Prozent beschwert der BASF einen einmaligen „nicht zahlungswirksamen, latenten“ Steuerertrag von knapp 400 Millionen Euro. Der scheidende BASF-Chef Kurt Bock, der zum Ablauf der Hauptversammlung im Frühjahr das Zepter an seinen bisherigen Stellvertreter Martin Brudermüller übergeben wird, um in zwei Jahren den Aufsichtsratsvorsitz zu übernehmen, beendet seine Amtszeit also mit überraschen starken Zahlen.

          Der Gewinnanstieg ist nach Angaben des Konzerns allerdings vor allem dem Geschäft mit Basischemikalien und dem Öl- und Gasförderer Wintershall zu verdanken. In den Spezialchemiesparten erreichte der Konzern die Vorjahresergebnisse nicht. Das Geschäft mit Basischemikalien profitierte offenbar von der robusten Konjunktur und damit vom nachlassenden Preisdruck, der vor allem wegen neuer Produktionskapazitäten in China entstanden war.

          Wintershall profitierte von steigenden Ölpreisen. BASF hat allerdings signalisiert, sich von diesem Geschäft zu trennen. Erst kürzlich hatte der Vorstand angekündigt, Wintershall mit dem Ölkonzern Dea zusammenzulegen, um ihn später separat an die Börse zu bringen. Dass die Spezialchemiesparten ihre Ergebnisse nicht halten konnten, begründet der Konzern mit gestiegenen Rohstoffpreisen, die man nicht vollständig habe weitergeben können. Das Pflanzenschutzgeschäft schließlich habe nach einem kräftigen Ergebnisanstieg im vierten Quartal das Vorjahresniveau wieder erreicht.

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