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Übernahmeschlacht : Hedge-Fonds will fast zwei Milliarden von Piëch und Porsche

  • Aktualisiert am

Ferdinand Piëch Bild: dpa

Ein Hedgefonds fordert eine Milliardensumme vom VW-Patriarchen Ferdinand Piëch und von Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche. Sie sollen Aktionäre getäuscht haben, als die Fusion von Porsche und VW vorbereitet wurde.

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          Es war eine heftige Übernahmeschlacht, damals vor sechs Jahren. Porsche und VW versuchten einander gegenseitig zu kaufen. Im Übernahmekampf schoss der VW-Kurs über 1000 Euro, Volkswagen war damals rechnerisch das wertvollste Unternehmen der Welt. Porsche hatte schon drei Jahre zuvor angefangen, VW-Aktien zu kaufen.

          Damals verschätzte sich so mancher Hedge-Fonds, der auf sinkende VW-Kurse gesetzt hatte. Jetzt klagen einige Hedge-Fonds offenbar auch persönlich gegen VW-Patriarch Ferdinand Piëch und Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche. Sie fordern insgesamt 1,8 Milliarden Euro Schadensersatz - so viel wie vorher.

          Einer davon ist der Hedge-Fonds „Elliott Associates“, wie das Magazin „Spiegel“ berichtet. Dahinter steht der amerikanische Investor Paul Singer, der häufig in Übernahmeschlachten mitmischt. In der Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone hat Singer sich bei Kabel Deutschland eingekauft und den Preis in die Höhe getrieben, auch für den Pharma-Großhändler Celesio musste der Konkurrent McKesson am Ende mehr Geld ausgeben.

          Wenn Singer seine Interessen durchsetzen will, greift er schon mal zu spektakulären Mitteln: Im Oktober 2012 ließ er ein argentinisches Marineschiff pfänden, weil die Regierung nach dem Staatsbankrott von 2001 ihre Anleihen nicht vollständig zurückzahlte.

          In der VW-Porsche-Übernahme war Paul Singer nicht der einzige, der mitspekulierte. Insgesamt haben Hedgefonds und Privatanleger die beiden Unternehmen auf insgesamt 5,7 Milliarden Euro Schadensersatz verklagt - aber eine Klage gegen die Privatpersonen Piëch und Porsche wäre eine neue Eskalationsstufe. In der Klage soll den beiden vorgeworfen werden, sie hätten die VW-Übernahme heimlich vorbereitet und die anderen Aktionäre dabei getäuscht.

          Allerdings haben die Familien Piëch und Porsche gerade auch persönlich Ärger mit der Übernahme. Im Frühjahr will die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob sie Anklage gegen Familienmitglieder wegen Beihilfe zur Marktmanipulation erhebt.

          Das Unternehmen Porsche teilte mit, es halte auch die neue Klage für unbegründet. Den Klägern gehe es nur darum, für die laufenden Prozesse mehr Druck auszuüben.

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