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Tierfutterhändler : EQT bietet 3,6 Milliarden Euro für Zooplus

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Viele Menschen haben sich in der Pandemie Haustiere zugelegt. Die haben Bedürfnisse - und davon profitieren Unternehmen wie Zooplus. Das macht den Onlinehändler interessant für Investoren. Bild: dpa

Im Übernahmekampf um Zooplus hat der schwedische Investor EQT den Konkurrenten Hellman & Friedman überboten. EQT biete 470 Euro je Aktie und damit 10 Euro mehr als H&F, teilte das im MDax notierte Unternehmen mit.

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          Im milliardenschweren Rennen um den Münchner Online-Tierbedarfshändler Zooplus hat sich der Finanzinvestor EQT an die Spitze gesetzt. Die Schweden kündigten in der Nacht zum Samstag ein Übernahmeangebot über 3,6 Milliarden Euro einschließlich Schulden an und übertrumpfte damit den US-Rivalen Hellman & Friedman (H&F). Dessen Angebot an die Zooplus-Aktionäre über 460 Euro je Aktie läuft noch bis 12. Oktober, EQT bietet nun 470 Euro. H&F könnte noch nachziehen. Der Zooplus-Vorstand um Gründer Cornelius Patt begrüßte die neue Offerte der Schweden – ebenso wie vorher die von Hellman & Friedman – als strategisch und finanziell passend. Er hielt sich aber zunächst mit einer Bewertung zurück, welches er favorisieren würde.

          Zooplus wolle „den Wert für seine Aktionäre maximieren und gleichzeitig einen finanziellen und strategischen Partner zu finden, um den eigenen Wettbewerbsvorsprung zu stärken und die Marktführerschaft auf dem wachsenden und sich schnell wandelnden europäischen Heimtiermarkt auf lange Sicht auszubauen“, erklärte das Unternehmen. Dazu müsse man in Digitalisierung, Logistik und ein breiteres Angebot investieren, was zunächst auf Kosten der Rendite gehen könne, erklärte Zooplus – „eine Strategie, die EQT voll unterstützt“. Der Fonds habe erhebliche Investitionen in Aussicht gestellt. Die 1999 gegründete Zooplus ist bereits in gut 30 europäischen Ländern aktiv.

          Seit Monaten auf Investorensuche

          Der Zooplus-Vorstand hatte selbst seit dem Frühjahr Ausschau nach einem Investor gehalten, mit dem man das Wachstum und die Expansion ins Ausland beschleunigen könnte. Zunächst hatte man sich mit H&F geeinigt, doch das rief die Beteiligungsgesellschaften KKR und EQT auf den Plan, die mehr Geld in Aussicht stellten. Nachdem H&F die Offerte kräftig aufgestockt hatte, erklärte KKR seinen Rückzug. EQT hatte sich bisher bedeckt gehalten.

          Die Schweden betonten nun ihre Erfahrungen mit Investments im Heimtier-Bereich - von einem Tierarzt-Netzwerk über einen Anbieter von Tierversicherungen in Großbritannien bis zu einem Tierbedarfshändler in Skandinavien. „EQT beobachtet die Entwicklung von Zooplus seit langem“, sagte EQT-Partner Johannes Reichel. „Wir sind beeindruckt vom erstklassigen Kundenstamm von Zooplus und von der - dank eines hervorragenden Produktangebots – in vielen Märkten marktführenden Position.“ Wie H&F strebt auch EQT eine Mehrheit an und will Zooplus nach einer Übernahme von der Börse nehmen. Ohne den Druck der Aktionäre könne sich das Unternehmen besser auf seine längerfristigen Ziele konzentrieren.

          Wahl zwischen zwei Offerten

          Wenn die Finanzaufsicht BaFin dem Angebot zustimmt, haben die Zooplus-Investoren die Wahl zwischen zwei Offerten. H&F hat bereits Zusagen von Zooplus-Großaktionären wie der RAG-Stiftung und dem luxemburgischen Investor Luxempart erhalten, die zusammen 17 Prozent der Aktien halten. Dazu gehörte auch Vorstandschef Patt. Diese können aber bei einem konkurrierenden höheren Angebot, wie es EQT nun vorgelegt hat, umschwenken. H&F hat dann wiederum die Möglichkeit, zumindest nachzuziehen, um sie wieder auf seine Seite zu ziehen.

          Die Zooplus-Aktionäre hatten bereits auf eine Fortsetzung des Bieterkampfs gesetzt. Die im Kleinwerteindex SDax notierte Aktie hatte am Freitag mit 465,80 Euro über dem H&F-Angebot geschlossen.

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