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Übernahmeangebot : Potash bietet K+S-Vorstand ein Zuckerl an

Göttliche Hilfe gegen Übernahme? Diese Figur der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, steht im K+S-Bergwerk in Wunstorf (Niedersachsen). Bild: dpa

Kanadier wollen den Dax-Konzern K+S kaufen und sprechen mit seinen Investoren. Die F.A.Z. hat erfahren, mit welchen Zugeständnissen sie den Druck erhöhen.

          Der Düngerkonzern Potash erhöht den Druck auf die deutsche K+S, in Übernahmeverhandlungen einzuwilligen. In Gesprächen mit institutionellen K+S-Anlegern erläutern die Kanadier jetzt konkret ihre Liste mit Zugeständnissen, die sie dem Management in Kassel geschickt haben. Unter anderem bieten sie dem gesamten K+S-Vorstand einen Arbeitsplatz nach einer Übernahme an – und zwar zu höheren Bezügen als jetzt. Zudem können zwei Personen aus dem K+S-Management in das Potash-Führungsgremium einziehen.

          Klaus Max  Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das erfuhr die F.A.Z. von Uwe Rathausky, Vorstand der Gané AG, die den Fonds Universal-Investment berät. Er informierte sich am Dienstag bei Potashs Investor-Relations-Chefin Denita Stann über den 50-seitigen Übernahmeplan, den Potash an K+S geschickt hat. Der Fonds gehört mit einem Anteilspaket von 0,4 Prozent zu den größeren Investoren bei K+S und drängt den Vorstand zu einem Treffen mit Potash. Rathauskys Angaben wurden von weiteren Quellen bestätigt, die anonym bleiben wollten. Potash will den Dax-Konzern für knapp 10 Milliarden Euro übernehmen.

          Neues „Excellence Center“

          Die Gespräche mit Investoren demonstrieren die Energie, mit denen Potash hinter den Kulissen für eine Übernahme des Wettbewerbers wirbt. Konkret nannte Stann in dem Gespräch mit Rathausky folgende Punkte aus dem Übernahmeplan („Business Combination Agreement“): Erstens: Das gesamte K+S-Management-Team soll ein Angebot zur Weiterbeschäftigung nach der Übernahme erhalten – zu Konditionen über der aktuellen Vergütung. Zweitens: K+S hat die Möglichkeit, insgesamt zwei Personen aus Vorstand und Aufsichtsrat in das Potash-Board zu schicken, das oberste Führungsgremium. Drittens: Potash will ein zusätzliches „Excellence Center“ in Deutschland errichten, unter anderem mit Forschung und Entwicklung. Viertens: K+S soll mindestens fünf Jahre in der jetzigen Rechtsform, also einer AG, erhalten bleiben. Fünftens: Betriebsbedingte Kündigungen werden für fünf Jahre ausgeschlossen. Sechstens: Laufende Traineeprogramme sollen erhalten bleiben. Siebtens: Kassel soll für mindestens fünf Jahre als Zentrale erhalten bleiben. Achtens: Potash hat eine Bestandsverpflichtung für das Salzgeschäft ausgesprochen, die zweite K+S-Sparte neben dem Kalidüngergeschäft.

          Weder Potash noch K+S wollten sich zu der Liste äußern. In Kreisen, die mit den Vorschlägen vertraut sind, hieß es zum ersten Punkt, Potash wolle den K+S-Managern einen finanziellen Anreiz bieten, im fusionierten Unternehmen zu bleiben. Denn die Vorstände haben in ihren Verträgen Klauseln, die ihnen millionenschwere Abfindungen im Falle einer Übernahme sichern. Wie die F.A.Z. zusammen mit einer Vergütungsberatung berechnete, wären mindestens 13,4 Millionen Euro an die fünf Vorstandsmitglieder fällig. Das Potash-Angebot bezieht sich dem Vernehmen nach auf den Vorstand sowie weitere wichtige Führungskräfte.

          Bereits Ende Juni sickerte Potash-Interesse durch

          Das Angebot, ein weiteres „Exzellenzzentrum“ in Deutschland zu errichten, überrascht, denn K+S hat gerade erst ein neues Forschungszentrum im thüringischen Unterbreizbach eingeweiht – subventioniert übrigens vom Land Thüringen, das die entsprechende Einheit zum Missmut Hessens über die Landesgrenze hinüberlockte. Auch die Angaben zu dem Exzellenzzentrum wurden aber – wie sämtliche Aussagen Stanns – von anderen Quellen bestätigt. Die fünfjährige Garantie für die bestehende Rechtsform AG zielt dem Vernehmen nach darauf, der Gewerkschaft entgegenzukommen: So soll die Mitbestimmung gewahrt bleiben.

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