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Milliardendeal : Übernahme von Siltronic durch Globalwafers droht zu scheitern

Wafer-Fertigung in Dresden (Symbolbild) Bild: Bosch

Bis Ende Januar müssen alle Genehmigungen eingehen und Globalwafers hat nach eigenen Angaben weitgehende Zugeständnisse gemacht. Doch die Prüfung des Bundeswirtschaftsministeriums dauert weiter an.

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          Die milliardenschwere Übernahme des Halbleiterkonzerns Siltronic durch den taiwanischen Konkurrenten Globalwafers droht am Widerstand der Bundesregierung zu scheitern. Obwohl Globalwafers nach eigenen Angaben weitgehende Zugeständnisse angeboten hat, hält Berlin die Unternehmen im Unklaren, unter welchen Bedingungen die Transaktion genehmigt werden könnte. Globalwafers bestätigte der F.A.Z., dass man Berlin die Möglichkeit einer „goldenen Aktie“ und der Rückabwicklung der Transaktion angeboten habe, um Bedenken auszuräumen.

          Ilka Kopplin
          Wirtschaftskorrespondentin in München.
          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Mit einer goldenen Aktie erhielte die Bundesregierung besondere Stimmrechte. Eine Rückabwicklung des Kaufs könnte auch bedeuten, dass die Bundesregierung Anteile des Unternehmens übernimmt. Die Vorschläge von Globalwafers haben bislang aber nicht zu einer Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums geführt.

          „Alle Fragen sind beantwortet“

          Die beiden Unternehmen hätten bislang keine Angaben darüber erhalten, „ob und unter welchen Umständen eine außenwirtschaftsrechtliche Unbedenklichkeitsbescheinigung“ für die Übernahme erteilt werden kann, teilte Siltronic am Freitag in einer Pflichtmitteilung mit. Nach Auffassung des Ministeriums sei eine Sicherheitsvereinbarung offenbar nicht geeignet, Bedenken im Hinblick auf die Transaktion zu beseitigen. Es seien „keine konkreten Zusagen oder Auflagen genannt“, unter denen eine Genehmigung erteilt werden könnte, erklärte Siltronic.

          Das Ministerium prüft die Transaktion unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Sicherheit. Am Montag erklärte eine Sprecherin, man wolle sich nicht unter Druck setzen lassen. Überprüfungen im Außenwirtschaftsbereich seien oft sehr komplex und müssten auch genau sein. Zu Einzelheiten - wie etwa der Dauer des Verfahrens - könne sie derzeit keine Angaben machen.

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          Globalwafers hält die Sorge für ungerechtfertigt, weil es schon jetzt eine starke Produktionsbasis in Europa hat. Seit Jahren ist das Unternehmen Europas größter Wafer-Lieferant. Die Taiwaner haben 2000 Mitarbeiter in Europa, genauso viele wie in Amerika und mehr als in Taiwan.

          4,4 Milliarden Euro Bewertung 

          „Wir glauben, dass wir alle Bedenken in Deutschland konstruktiv und umfassend adressiert haben“, sagte ein Firmensprecher der F.A.Z. Die Transaktion sei von enormer Bedeutung für Deutschland und Europa, da sie dringend notwendige Investitionen und Know-how sichern würde. Globalwafers betonte auch, dass das Geschäft „einen sehr starken und verlässlichen Partner für die europäische Halbleiterindustrie binden würde“.

          Das kann man als vorsichtigen Hinweis lesen, dass das Unternehmen sich bei einer Absage international anders orientieren könnte. Die Zeit für die Entscheidung drängt. Bis Ende Januar müssen alle Genehmigungen eingehen, sonst platzt der Verkauf. Neben der Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums steht noch die Genehmigung der chinesischen Kartellbehörde aus. Diese dürfte nach Aussage von Globalwafers-Vorstandschefin Doris Hsu kurz bevorstehen. „Wir warten in China noch auf die endgültige Genehmigung. Aber alle Fragen sind beantwortet“, sagte Hsu vergangene Woche. Es handele sich offenbar nur noch um ein technisches Prozedere.

          Das Geschäft wurde schon von Behörden in Europa, Amerika, Korea und Japan und vom deutschen Kartellamt genehmigt. Durch die Übernahme würde Globalwafers nach der japanischen Shin-Etsu-Gruppe zum zweitgrößten Anbieter von Siliziumwafern aufsteigen. Die Akquisition bewertet Siltronic mit knapp 4,4 Milliarden Euro.

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