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Übernahme : Trumpf kauft chinesischen Maschinenbauer

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Trumpf-Geschäftsführerin Nicola Leibinger-Kammüller Bild: dpa

Zuletzt verleibten sich Chinesen mit Vorliebe deutsche Unternehmen ein - nun dreht ein schwäbischer Maschinenbauer den Spieß um: Das Familienunternehmen Trumpf kauft einen chinesischen Werkzeugmaschinenhersteller.

          Der schwäbische Maschinenbauer Trumpf kauft den chinesischen Werkzeugmaschinenhersteller Jiangsu Jinfangyuan (JFY). Trumpf habe eine Mehrheitsbeteiligung von rund 72 Prozent an dem Unternehmen erworben, teilte Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller am Mittwoch am Firmensitz in Ditzingen bei Stuttgart mit. Der Kauf stärke Trumpf „im wichtigsten Maschinenbaumarkt der Welt“. Es sei „sehr ungewöhnlich“, dass die chinesische Regierung einem Mittelständler solch eine Direktinvestition in einer Schlüsselbranche ermöglicht habe, fügte sie hinzu. Zum Kaufpreis machte Leibinger-Kammüller keine Angaben.

          JFY produziert nach Angaben von Trumpf mit 700 Beschäftigten Werkzeugmaschinen für die Blechbearbeitung und sei Marktführer bei Stanz- und Biegemaschinen. Der Umsatz betrage rund 70 Millionen Euro. Bei Trumpf arbeiten weltweit rund 10.00 Menschen. Der Umsatz im Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr betrug nach Angaben vom Mittwoch 2,34 Milliarden Euro. Dies bedeute ein „kleines Plus“ von knapp einem Prozent gegenüber dem Vorjahr und sei der höchste Umsatz in der 90-jährigen Firmengeschichte. Der Gewinn vor Steuern betrug demnach 154 Millionen Euro - aufgrund der hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung waren dies 57 Millionen Euro weniger als im Vorjahr.

          Dass ein deutscher Mittelständler eine Firma aus China übernimmt, ist ungewöhnlich: Vor allem von der chinesischen Regierung werden solche Zukäufe kritisch beäugt. „Bis hin zum Wirtschaftsminister von China ist die Genehmigung gegangen“, sagte Mathias Kammüller, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Werkzeugmaschinen. Insgesamt habe sich der Übernahmeprozess über zwei Jahre gezogen.

          In der jüngsten Vergangenheit standen umgekehrt eher deutsche Firmen auf dem Einkaufszettel der Asiaten: Im vergangenen Jahr verleibte sich der Betonpumpen-Weltmarktführer Sany Heavy Industry etwa das schwäbische Unternehmen Putzmeister ein. In der Solarbranche ist die chinesische LDK Solar Hauptaktionär der angeschlagenen Solarfirma Sunways.

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