https://www.faz.net/-gqe-14ugs

Übernahme : Nestlé setzt auf Pizza statt Schokolade

  • Aktualisiert am

Nestlé setzt auf den amerikanischen Markt für Tiefkühlpizza Bild: ASSOCIATED PRESS

Der weltweit führende Nahrungsmittelkonzern Nestlé zieht sich aus dem Rennen um den britischen Süßwarenhersteller Cadbury zurück und drängt stattdessen auf den weltgrößten Markt für Tiefkühlpizza. Für 3,7 Milliarden Dollar kauft der Schweizer Konzern von Kraft Foods das nordamerikanische Pizza-Geschäft.

          1 Min.

          Nestlé übernimmt das Tiefkühlpizza-Geschäft von Kraft Foods in Nordamerika und verzichtet auf ein Gebot für den Schokoladenhersteller Cadbury. Für den Kraft-Geschäftsbereich zahlt Nestlé 3,7 Milliarden Dollar, wie die Schweizer am Dienstag mitteilten. In Nordamerika hat Nestlé nach eigenen Angaben bei gefrorenen Pizzen bisher nur eine schwache Marktstellung. Die Übernahme beinhalte die Marken DiGiorno, Tombstone, California Pizza Kitchen, Jack's und Delissio.

          Am Montag hatte Nestlé die Mehrheit an dem Augenheilmittelhersteller Alcon für 28 Milliarden Dollar an Novartis verkauft. Den darauf folgenden Spekulationen, Nestlé könnte nun ein Übernahme-Angebot für Cadbury vorlegen, trat der Schweizer Konzern am Dienstag offenbar auf Veranlassung der britischen Übernahmekommission entgegen. Nestlé habe nicht die Absicht, ein Übernahme-Angebot abzugeben und werde sich auch nicht an einem solchen beteiligen, erklärte der Schweizer Konzern.

          Bei Cadbury hätte Nestlé gegen Kraft Foods in den Ring steigen müssen, die die britische Firma für rund zehn Milliarden Pfund Sterling (16 Milliarden Dollar) gegen den Willen des Managements übernehmen will und bei ihrem Angebot am Dienstag nachgelegt hatte.

          Kraft-Angebot für Cadbury läuft bis Anfang Februar

          Kraft verlängerte zugleich die Frist des Übernahmeangebots für Cadbury bis zum 2. Februar. Am Gesamtwert des Angebots ändere sich nichts: Die Cadbury-Aktionäre sollen jedoch eine höhere Barkomponente erhalten. Kraft reagiere damit auf den Wunsch einiger Aktionäre, hieß es. Das zusätzliche Geld stamme aus dem Verkauf des Tiefkühlpizza- Geschäfts an Nestlé. Kraft bietet für den Süßwarenkonzern insgesamt gut zehn Milliarden Pfund. Details zu dem neuen Angebot sollen bis zum 19. Januar veröffentlicht werden.

          Das Kraft-Pizza-Geschäft in Nordamerika, über dessen Verkauf seit mehreren Monaten verhandelt wurde, ist nach Nestlé-Angaben in den vergangenen vier Jahren zweistellig gewachsen und kommt auf einen Umsatz von etwa 2,1 Milliarden Dollar und einen Betriebsgewinn von etwa 279 Millionen Dollar. Nestlé will in den ersten fünf Jahren Einsparungen in Höhe von sieben Prozent des Umsatzes einfahren. Die neue Sparte soll bereits im ersten vollen Jahr bei Nestlé zum Gewinn beitragen.

          Die Vereinigten Staaten gelten als der größte Pizza-Markt der Welt. Die Amerikaner verzehren jedes Jahr Pizzen im Wert von schätzungsweise 37 Milliarden Dollar.

          Weitere Themen

          EU-Finanzhilfen fürs Schaufenster

          Corona-Krise : EU-Finanzhilfen fürs Schaufenster

          Egal worauf sich die EU-Finanzminister am Ende einigen: Kein Corona-Hilfsinstrument ist sofort einsatzbereit. Eurobonds brauchten sogar mehrere Jahre.

          Lufthansa besiegelt Aus von Germanwings

          Corona-Krise : Lufthansa besiegelt Aus von Germanwings

          Lufthansa beendet den Flugbetrieb der Germanwings, noch bevor Diskussionen über eine mögliche Staatshilfe zum Abschluss gekommen sind. Außerdem verkleinert Lufthansa die Flotte.

          Topmeldungen

          Amerikas Präsident Donald Trump gibt vergangenen Dienstag eine Pressekonferenz im Weißen Haus.

          Trump erwägt Zahlungsstopp : „Die WHO hat es vergeigt“

          Die Weltgesundheitsorganisation sei „China-zentrisch“ und habe in der Virus-Krise schlechten Rat gegeben, so Donald Trump. Er lasse Amerikas Zahlungen prüfen. Zunächst klang seine Drohung sogar noch drastischer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.