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Übernahme : Milliarden-Fusion in der Tabakbranche

  • Aktualisiert am

British American Tobacco produziert Zigaretten unter anderem in Bayreuth. Bild: Reuters

British American Tobacco übernimmt Reynolds American. Damit ensteht einer der größten Tabakkonzerne weltweit.

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          Der Tabakriese British American Tobacco (BAT) übernimmt den Camel-Hersteller Reynolds American komplett. BAT hält bereits 42,2 Prozent an Reynolds und zahlt für die übrigen Anteile 49,4 Milliarden Dollar (46,5 Milliarden Euro), wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Demnach stimmten die Aufsichtsräte beider Firmen dem Geschäft bereits zu. BAT und Reynolds hoffen, die Fusion im dritten Quartal dieses Jahres abzuschließen. Die Briten bieten den anderen Reynolds-Anteilseignern je Aktie 29,44 Dollar in bar plus 0,526 an der New Yorker Börse notierte Hinterlegungsscheine (ADR) für die eigene Aktie.

          Die Offerte beläuft sich damit laut BAT auf 59,64 Dollar je Reynolds-Papier - das sind gut sechseinhalb Prozent mehr als der letzte Schlusskurs in New York von 55,97 Dollar - und insgesamt auf 49,4 Milliarden Dollar. Wie erwartet mussten die Briten damit tiefer in die Tasche greifen als zuvor geplant: Bereits im November hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass dem Reynolds-Management die ursprünglich gebotenen 47 Milliarden Dollar zu wenig seien.

          Mit dem geplanten Zusammengehen der beiden Unternehmen rollt die Konsolidierungswelle in der Branche weiter. Die Zigarettenhersteller kämpfen mit einem nachlassenden Interesse an ihrem Hauptprodukt. Reynolds ist für BAT insbesondere wegen der amerikanischen Marktführerschaft bei E-Zigaretten attraktiv.

          BAT ist auch in Deutschland aktiv. Größte Marke ist hier Lucky Strike, daneben auch Pall Mall. Reynolds American ist auf den amerikanischen Markt konzentriert, seitdem das internationale Geschäft 1999 an Japan Tobacco verkauft wurde. Alle Marken, auch Camel, gehören außerhalb Amerikas zu dem asiatischen Konzern und werden von JT International in der Schweiz geführt. Klappt die Übernahme, könnte BAT der nach eigenen Angaben größte börsennotierte Tabakkonzern nach Umsatz und Ertrag werden. Damit würde BAT an der Spitze den Marlboro-Hersteller Philip Morris ablösen.

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