https://www.faz.net/-gqe-9miu1

Schweizer Großbank : UBS-Aktionäre verweigern der Führung die Entlastung

  • Aktualisiert am

Der ehemalige Bundesbank-Präsident und heutige Verwaltungsratschef der UBS, Axel Weber, musste sich den Vorwürfen der Aktionäre stellen. Bild: EPA

Steuerhinterziehung und Geldwäsche: Mehr als vier Milliarden Euro Strafe drohen der UBS dafür. Den Aktionären wurde das nun zu bunt – sie sandten eine deutliche Botschaft an die Chefs.

          Die Aktionäre der Schweizer Großbank UBS haben ihre Führung wegen eines milliardenschweren Rechtsstreits in Frankreich abgestraft. Sie verweigerten dem Führungsgremium um Unternehmenschef Sergio Ermotti und dem Verwaltungsrat um den ehemaligen Bundesbank-Präsident Axel Weber die Entlastung für das vergangene Jahr 2018.

          Auf der Hauptversammlung der Bank am Donnerstag in Basel stimmten lediglich 41,67 Prozent für eine Entlastung. Dieses Misstrauensvotum ist ein außergewöhnlicher Schritt – im Vorjahr lag die Zustimmung noch bei 89,68 Prozent. Das Votum hat keine unmittelbaren rechtlichen Konsequenzen für das Management, aber Signalwirkung.

          4,5 Milliarden Euro Strafe

          Ende Februar hatte ein Gericht in Paris die UBS wegen Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu einer Rekordstrafe von 4,5 Milliarden Euro verurteilt. Die Schweizer haben umgehend Berufung eingelegt und erwarten nun einen jahrelangen Rechtsstreit.

          In einer weiteren Abstimmung genehmigten die Aktionäre hingegen die Entlohnung der Führungsriege. 79,4 Prozent der Eigentümer stimmten für den Vergütungsbericht 2018. Im Vorjahr waren es 81,35 Prozent. Das Ergebnis ist nicht bindend. Die Stimmrechtsberater Glass Lewis und Ethos hatten zuvor empfohlen, gegen den Bericht zu stimmen. Über die Boni für den Vorstand für 2018 stimmen die Aktionäre gesondert in einer bindenden Abstimmung ab.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Vorwürfe im Vorwahlkampf : Trumps zwielichtiges Telefonat

          Donald Trump soll den ukrainischen Präsidenten aufgefordert haben, Ermittlungen gegen den Sohn seines möglichen Konkurrenten Joe Biden anzuschieben. Ging es auch um die Erpressung mit amerikanischen Finanzhilfen?
          Ashton Applewhite

          Altersdiskriminierung : „Man kann nicht jung bleiben“

          Die Amerikanerin Ashton Applewhite kämpft gegen eine Form der Diskriminierung, über die kaum jemand spricht, obwohl sie jeden irgendwann treffen wird. Ein Gespräch über Altersdiskriminierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.