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Fahrdienst : Uber startet Plattform für Taxis in Deutschland

  • Aktualisiert am

Uber versus Taxi Bild: Reuters

Ist das ein Versuch, die Taxis zu besänftigen? Der umstrittene Fahrdienst ermöglicht nun auch Taxifahrern und -unternehmen, Fahrten über die App anzubieten.

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          Der umstrittene Fahrdienst Uber geht auf das Taxi-Gewerbe zu. Das Unternehmen aus Kalifornien führt auch in Deutschland seine Plattform „Uber Taxi“ ein, über die Taxifahrer und -unternehmen Fahrten anbieten können. Damit tritt Uber in Konkurrenz zu Taxiruf-Zentralen und Apps wie MyTaxi. Die Plattform soll zunächst in Berlin und Hamburg starten und dann auch in weiteren Städten verfügbar sein.

          Das Angebot gibt es bislang unter anderem in New York und London. Es ermögliche Taxifahrern, ihre Standzeiten zu reduzieren, teilte Uber am Montag mit. Die Fahrer sollen genau so viel kassieren wie bei einer üblichen Taxifahrt auch, Uber behält jedoch eine Provision für die Vermittlung ein. Wie hoch diese ist, teilte das Unternehmen auf Anfrage nicht mit. Sie dürfte jedoch etwas unterhalb des Wertes von 20 Prozent liegen, der bei Uber Pop für die Vermittlung von privaten Fahrern fällig wird. Abgerechnet wird bargeldlos über die Smartphone-App.

          Uber expandiert derzeit in Deutschland aggressiv und bringt vor allem mit seinem Dienst Uber Pop das Taxi-Gewerbe gegen sich auf. Taxi-Unternehmer und Behörden gingen in mehreren Städten dagegen vor, weil sie den Wettbewerb verzerrt sehen, da die Fahrer in der Regel keine Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz haben. Uber versteht sich hingegen als eine Art Mitfahrzentrale.

          Uber kündigte am Montag auch an, seinen Limousinenservice Uber Black anzupassen, nachdem er vor einigen Tagen vom Berliner Verwaltungsgericht verboten worden war. Die Richter hatten bemängelt, der Chauffeur-Dienst verstoße gegen die Rückkehrpflicht an den Betriebssitz. Uber will zudem Beschwerde gegen die Entscheidung einlegen, die auch den Betrieb von Uber Pop untersagt hatte. Es prüft außerdem eine Verfassungsbeschwerde gegen eine Verbotsentscheidung des Hamburger Oberlandesgerichts.

          Auch in München droht Uber Ärger: Laut einem Bericht der „Wirtschaftswoche“ hat die Stadtverwaltung ein Bußgeldverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet. Vertreter des Taxigewerbes haben die Verkehrsminister der Bundesländer aufgefordert, sich auf ihren Konferenz in dieser Woche mit dem Thema zu beschäftigen. Sie fordern ein striktes Verbot von Uber und eine Überprüfung der Fahrer durch Ordnungsbehörden.

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