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Taxi-Konkurrent : Uber stellt in Frankreich seinen Fahrdienst ein

Gewalttätige Proteste gegen Uber-Fahrer in Paris Ende Juni Bild: dpa

Nach den gewalttätigen Protesten gegen Uber-Fahrer in Frankreich wirft der umstrittene Fahrdienst das Handtuch: Das Angebot Uber Pop wird vorerst eingestellt.

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          Der amerikanische Fahrdienst Uber wirft in Frankreich das Handtuch – jedenfalls für seinen Service Uber Pop, der Privatfahrer mit Fahrgästen zusammenbringt. Der Frankreich-Chef des Unternehmens, Thibaud Simphal, kündigte in einem Interview mit der Tageszeitung „Le Monde“ an, dass sein Unternehmen den Dienst einstweilen einstellen werde. Als wichtigste Begründung gibt er die mangelnde Sicherheit der Uber-Fahrer an.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          In den vergangenen Tagen waren offizielle Taxi-Fahrer immer wieder gewalttätig gegen die Uber-Fahrer vorgegangen. „Zudem wollen wir in einen Dialog mit den Behörden treten und zeigen, dass wir verantwortlich handeln“, sagte Simphal. Uber Pop ist von zahlreichen Präfekturen im Auftrag der Regierung verboten worden. Das Unternehmen ignorierte jedoch die Verbote, weil es gegen ein im vergangenen Jahr erlassenes Gesetz Verfassungsbeschwerde eingelegt hat. Der Verfassungsrat will über den Fall im September verhandeln. Simphal sowie der für Europa zuständige Generaldirektor Pierre-Dimitri Gore-Coty müssen sich von Ende September an zudem persönlich vor Gericht verantworten.

          Uber glaubt weiter an sein Konzept

          Uber glaubt aber weiter an sein Konzept. „Wir sind wahrscheinlich das Unternehmen, das in der Menschheitsgeschichte am schnellsten gewachsen ist“, sagt Simphal. 10.000 Privatfahrer seien bei Uber Pop eingeschrieben, davon seien in der vergangenen Woche noch 4000 aktiv gewesen. 400.000 Fahrgäste hätten den Fahrdienst in Frankreich genutzt. 87 Prozent der Privatfahrer verfügten noch über eine weitere Beschäftigung. Ihre durchschnittlichen Einnahmen lägen bei 8200 Euro im Jahr.

          Uber will seinen Fahrern nun helfen, eine höhere Kategorie von Fahrlizenzen zu erlangen – die so genannten VTC („Voiture de transport avec chauffeur“). Dies sind Chauffeure unterhalb der offiziellen Taxis. Sie müssen eine Ausbildung von 250 Stunden absolvieren, die nach Angaben von Uber sechs Monate dauert und 6000 Euro kostet. Anders als die offiziellen Taxifahrer müssen sie aber keine reguläre Taxi-Lizenz erwerben, die in Paris mehr als 200.000 Euro kosten kann.

          Uber wirbt dafür, mehrere Kategorien an Fahrdiensten zuzulassen: Die offiziellen Taxis, die VTC sowie die Privatfahrer. Dies könne auch für die offiziellen Taxi-Fahrer interessant sein, weil sie in mehreren Kategorien tätig sein könnten, meint Simphal. Die heutige Gesetzgebung in Frankreich aber schütze allein die offiziellen Taxis. Für die VTC-Lizenzen würden zu hohe Hürden gesetzt. Die Ausbildungsanforderungen seien etwa viel schärfer als für die Steuerung eines Leichtflugzeuges. Daher hätten die französischen Behörden seit Jahresbeginn lediglich 215 VTC-Lizenzen ausgegeben, während bei Uber 25000 Personen Fahrer werden wollten.

          Der Frankreich-Chef von Uber verweist auch auf die größeren Freiheiten in London, wo es heute 80.000 VTC neben 30.000 offiziellen Taxis gebe. In Paris dagegen sind rund 17.700 Taxis sowie geschätzte 10.000 VTC unterwegs.

          Uber : Taxifahrer in Paris protestieren gegen Uber

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