https://www.faz.net/-gqe-7k3bd

U-Boot-Bestellung : Asiens Militär rüstet auf - mit deutscher Hilfe

Ein U-Boot der Klasse 212A. Bild: dpa / Ricarda Schönbrodt/PIZ Marine

Thyssen-Krupp nimmt eine U-Boot-Bestellung aus Ostasien an. Und zwar mitten in der Eskalation des Inselstreits.

          1 Min.

          Inmitten der politischen Spannungen um die von China eingerichtete Luftsicherheitszone im Ostchinesischen Meer wird ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft zwischen einem deutschen Hersteller und einem Großkunden in Asien bekannt.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Danach hat Thyssen-Krupp vom Verteidigungsministerium in Singapur ein Großauftrag für den Bau von zwei U-Booten erhalten. Die Bestellung, die ein Volumen von rund 1 Milliarde Euro erreicht, hat die Kieler Werft von Thyssen-Krupp Marine Systems erhalten, teilte der Mischkonzern in Essen mit.

          Erst Mitte November sorgte die Luftwaffe Südkoreas für Schlagzeilen, als sie den Zuschlag  für 40 hochmoderne Kampfflugzeuge an den amerikanischen Hersteller Lockheed Martin verkündete. Um den prestigeträchtigen Großauftrag im Gesamtwert von umgerechnet 5,8 Milliarden Euro hatte sich auch das europäische Eurofighter-Konsortium mit dem gleichnamigen Kampfflugzeug beworben. Allerdings ohne Erfolg.

          Fachleute sehen die jüngste Serie an Großeinkäufen in Asien mit wachsender Sorge. Sie verweisen dabei nicht nur auf die Gefahr an politischen Spannungen aus dem aktuellen Inselstreit zwischen China, Japan und Südkorea. „Insgesamt ist diese Region enorm hochgerüstet“, sagte der Konfliktorscher Jan Grebe vom Institut „Bonn International Center for Conversion“ der F.A.Z.. Die politische Entscheidung für den U-Boot-Verkauf sei wahrscheinlich schon getroffen. „Dass die Bundesregierung in so einer Situation so ein Signal setzt, halte ich nicht für klug.“

          Union und SPD haben sich in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen, Deutschland als maritimen Standort zu stärken. Militär-U-Boote können aber praktisch nur noch ins Ausland verkauft werden, weil die deutsche Marine auf absehbare Zeit keine Boote mehr bestellen wird.

          Die Marine Singapurs ist seit Jahren ein Großkunde beim führenden U-Boot-Hersteller in Europa. Der Bau und die Wartung von Marine-Schiffen- und U-Booten steuert zusammen mit dem Anlagenbau gegenwärtig rund 660 Millionen Euro zum Vorsteuergewinn des Mischkonzerns bei. Neben U-Booten aus Deutschland greifen die Militärs in Singapur auch auf Kampfpanzer des Typs Leopard zurück, die von den Ausrüstern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall in Düsseldorf gemeinsam produziert werden.

          Weitere Themen

          Dax steigt auf Rekordhoch Video-Seite öffnen

          Trotz Corona : Dax steigt auf Rekordhoch

          Der Höhenflug an den Aktienmärkten hält an. Befeuert von soliden Firmenbilanzen stieg der Dax bis zum Freitagnachmittag um 1,2 Prozent auf ein Rekordhoch von 15.431,09 Punkten.

          Topmeldungen

          Auf Truppenbesuch: Wolodymyr Selenskyj

          Ukraine-Konflikt : Kiews West-Offensive

          Angesichts des russischen Truppenaufmarsches sucht der ukrainische Präsident Selenskyj die Nähe zu EU und Nato. Kann er so das Blatt im Osten seines Landes wenden?
          September 2020: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verfolgt im Bayerischen Landtag eine Rede von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

          Die K-Frage der Union : Söder muss nur noch zuschauen

          Die Unterstützung in der CDU für die Kanzlerkandidatur von Armin Laschet bröckelt Stück für Stück. Umso entschlossener wirkt die CSU. Die christsoziale Kampfmaschine funktioniert reibungslos.
          Ein Hubschrauber im Einsatz über dem Tafelberg

          Brand am Tafelberg : Kapstadts Universität in Flammen

          In der südafrikanischen Küstenstadt ist am Sonntag ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Auch das Bibliotheksgebäude der Universität mit seiner historischen Sammlung steht in Flammen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.