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Übernahmepläne von Musk : Twitter schlägt zurück

Twitterprofil von Elon Musk Bild: Reuters

Die Onlineplattform Twitter kündigt eine „Giftpille“ an, um die Pläne von Tesla-Gründer Elon Musk abzuwehren. Der Kurznachrichtendienst lässt den Übernahmekampf damit weiter eskalieren.

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          In der Saga um Elon Musk und Twitter überschlagen sich die Ereignisse: Der Kurznachrichtendienst hat am Freitag eine sogenannte „Giftpille“ angekündigt, die eine Akquisition des Unternehmens erheblich erschweren würde. Dies kam einen Tag, nachdem Musk ein Kaufangebot von rund 43 Milliarden Dollar für Twitter abgegeben hatte. Die Onlineplattform zeigt sich damit entschlossen, den Übernahmeversuch des Tesla-Chefs abzuwehren.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die jetzt angekündigte Giftpille würde eine Akquisition von Twitter für Musk oder jeden anderen potentiellen Erwerber deutlich teurer machen. Das würde folgendermaßen funktionieren: Sollte Musk, der mit seinem Anteil an Twitter, der zuletzt auf 9,2 Prozent beziffert wurde, die Schwelle von 15 Prozent überschreiten, würden alle anderen Aktionäre außer ihm die Möglichkeit bekommen, zusätzliche Aktien zu einem starken Preisnachlass zu kaufen. Mit der Ausgabe dieser neuen Aktien würde Twitter also Musks Anteil verwässern, und es würde teurer für ihn, einen Mehrheitsanteil zu bekommen.

          Legal, aber umstritten

          Giftpillen sind legale, aber auch umstrittene Manöver. Twitter beschrieb seine Giftpille als Reaktion auf das „unaufgeforderte“ Angebot. Damit solle die Wahrscheinlichkeit verringert werden, dass jemand sich durch den Kauf von Aktien am freien Markt die Kontrolle über das Unternehmen verschaffe, ohne allen Aktionären „einen angemessenen Aufschlag“ zu zahlen und dem Verwaltungsrat genug Zeit zu geben, um „ein informiertes Urteil“ im Interesse der Aktionäre zu fällen.

          Twitter sagte, die Giftpille werde das Unternehmen nicht davon abhalten, ein Übernahmeangebot anzunehmen, sollte der Verwaltungsrat glauben, dies sei im Interesse der Aktionäre. Das Unternehmen hat Musks Angebot in seiner Mitteilung auch nicht ausdrücklich abgelehnt. Die Giftpille soll ein Jahr wirksam sein.

          Mit der Giftpille eskaliert der Übernahmekampf zwischen Twitter und Elon Musk weiter. Musk hatte vor knapp zwei Wochen seinen Einstieg bei Twitter publik gemacht. Zunächst schienen sich die Dinge noch in eher freundlichen Bahnen zu bewegen, und Twitter bot dem Tesla-Chef einen Sitz im Verwaltungsrat an. Dann hieß es aber auf einmal, Musk werde dem Gremium doch nicht beitreten, und am Donnerstag kam das Übernahmeangebot. Musk sagte, dies sei sein „bestes und endgültiges Angebot“, wobei manche Analysten meinten, er werde womöglich einen höheren Preis zahlen müssen.

          Musk äußerte sich am Freitag zunächst nicht zur Giftpille. Es dürfte aber davon auszugehen sein, dass er sie nicht wortlos hinnehmen wird. Er hatte schon am Donnerstag auf Twitter eine Umfrage gestartet, ob die Entscheidung über das Angebot statt vom Verwaltungsrat von den Aktionären selbst getroffen werden sollte. Eine deutliche Mehrheit von Nutzern stimmte dafür.

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