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Tunesien : Große Veranstalter fliegen deutsche Touristen aus

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Nachdem die Reiseveranstalter zunächst unaufgeregt auf die Unruhen in Tunesien reagiert hatten, wandelt sich nun das Bild. Nach den ersten Rückholaktionen von Reisenden am Freitagabend, wollen nun alle großen Reiseanbieter ihre Gäste ausfliegen.

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          Mehrere Reiseveranstalter wollen am Wochenende ihre deutschen Urlauber aus dem Unruheland Tunesien zurückholen. Der Luftraum über dem Land am Mittelmeer sei wieder geöffnet worden, sagte Thomas-Cook-Sprecher Mathias Brandes am Samstag. „Wir werden im Laufe des Tages mehrere Sondermaschinen Richtung Tunesien in Gang setzen. Sie sollen unsere verbliebenen 1800 Urlauber zurück nach Deutschland bringen.“

          Die Sondermaschinen sollen am Samstag rund um die Touristenorte von den Flughäfen Djerba und Monastir starten, sagte der Thomas-Cook-Sprecher. Wo in Deutschland sie landen werden, war zunächst unklar.

          Auch die anderen Veranstalter fliegen Reisende nach Hause

          Rewe-Touristik und Tui, die am Freitag zunächst keine Rückholaktionen gestartet hatten, entschieden am Samstag, ihre Reisenden doch heimzufliegen. „Die Lage ist für uns schwer einschätzbar“, sagte ein Sprecher der Rewe-Touristik. Sicherheitshalber will Rewe-Touristik nun aber seine rund 2000 deutschen Reisenden mit Sondermaschinen zurückzuholen. Zunächst sollen am Samstag die Gäste von Monastir aus starten, am Sonntag dann von Djerba. Die Flüge sollen im Laufe des Tages in Berlin, München, Düsseldorf, Leipzig, Köln und Hannover ankommen. Rewe-Touristik verlängerte den Stopp weiterer Touristenflieger nach Tunesien um eine Woche bis zum 24. Januar.

          Angekommen in Berlin: Die ersten Tunesien-Urlauber wurden schon am Freitagabend ausgeflogen
          Angekommen in Berlin: Die ersten Tunesien-Urlauber wurden schon am Freitagabend ausgeflogen : Bild: dapd

          Auch Tui will noch am Samstag mehrere Sondermaschinen mit ihren rund 1000 deutschen Touristen auf den Weg bringen, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Der Flugplan stehe aber noch nicht genau fest. Am späten Nachmittag sollten die ersten Maschinen in Hannover und Frankfurt landen. Die Transferbusse seien bereits auf dem Weg zu den Hotels, um die Urlauber dort abzuholen. Auch Tui sagte alle Flugreisen nach Tunesien bis zum 24. Januar ab.

          Thomas Cook hatte am Freitag bereits mit vier Sondermaschinen rund 230 deutsche Touristen wieder nach Hause gebracht. „Wir konnten wegen der Ausgangssperre nicht alle Urlauber zum Flughafen bringen“, sagte Brandes. Ursprünglich waren für Freitag sechs Sondermaschinen geplant. „Über Nacht war es aber ruhig in den Hotels“, sagte er. „Keiner unserer Gäste war direkt von den Unruhen betroffenen - zum Teil haben sie aber Dinge mitbekommen.“ Umbuchungen seien zunächst bis zum 24. Januar kostenlos möglich.

          Reisewarnung verschärft

          Das Auswärtige Amt in Berlin nannte die Zuspitzung der Lage in Tunesien besorgniserregend. „In Anbetracht der angespannten Situation raten wir von Reisen nach Tunesien ab. Hinsichtlich der Deutschen im Lande sind wir im Kontakt mit den Reiseveranstaltern. Wir raten unseren Staatsangehörigen vor Ort, sich vorsichtig zu verhalten und Menschenansammlungen zu vermeiden. Für Deutsche, die sich in Tunesien in einer unmittelbaren Notlage befinden, ist der Krisenstab des Auswärtigen Amtes rund um die Uhr erreichbar“, teilte Außenminister Guido Westerwelle am Abend in Berlin mit.

          Den Urlaubern, die sich derzeit in Tunesien aufhalten, empfiehlt das Ministerium, in den Hotels zu bleiben. Dort sei es für sie im Augenblick am sichersten. Nach Angaben des DRV halten sich derzeit 6000 bis 8000 Gäste deutscher Reiseveranstalter in Tunesien auf.

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