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Nach Unglück : TÜV Süd warnt Brasilien vor weiteren Risiko-Dämmen

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Feuerwehrleute bergen mit Hilfe eines Hubschraubers eine Leiche nach dem Dammbruch in Brumadinho. Bild: dpa

Der technische Überwachungsverein hat nach dem Unglück im brasilianischen Brumadinho acht weitere Hochrisiko-Dämme des Bergbauunternehmens Vale ausgemacht. Das Unternehmen hat schon reagiert.

          Nach dem Dammbruch im brasilianischen Brumadinho mit mehr als 200 Toten Ende Januar hat der TÜV Süd die brasilianischen Behörden und das Bergbauunternehmen Vale vor neuen Desastern gewarnt. Acht weitere Vale-Dämme gelten auf Basis einer vorläufigen Untersuchung als „besorgniserregend“, sieben davon sogar als „besonders besorgniserregend“, heißt es laut „Spiegel“ in einem Schreiben vom 12. März. Die Zeitschrift beruft sich auf mehrere übereinstimmende Quellen. Bereits vor zwei Wochen hatte sich TÜV-Süd-Chef Axel Stepken im Interview mit der F.A.Z. ähnlich geäußert.

          Wie auch Brumadinho befinden sich die Hochrisiko-Dämme im Bundesstaat Minas Gerais. Vier Monate vor dem Unglück hatten brasilianische TÜV-Mitarbeiter insgesamt mehr als dreißig Vale-Dämme begutachtet, darunter auch den Katastrophendamm in Brumadinho, den sie damals als stabil zertifiziert ­hatten. Nach dem Dammbruch beauftragte der TÜV externe Experten damit, alle TÜV-Gutachten zu überprüfen.

          Vale hat auf die Warnung aus Deutschland reagiert und bereits an fünf Dämmen gefährdete Anwohner umsiedeln lassen. An zwei weiteren Dämmen wurde der Betrieb eingestellt. Am Damm „Doutor“ ließ die Justiz nach Erhalt des Schreibens sogar die gesamte Mine stilllegen. TÜV Süd erklärte auf Spiegel-Anfrage, die Expertengruppe habe bei den acht Risiko-Dämmen die verwendete Methodik zu deren Begutachtung hinterfragt. Das Ergebnis sei vorläufig.

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