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Die Türkei und der Westen : Das schärfste Schwert gegen Erdogan

In Alanya scheint die Sonne: Vom Krieg in Syrien bleibt die Türkische Riviera bislang unberührt. Bild: Getty

Die Türkei kann es sich nicht erlauben, wegen Syrien ihre Geschäfte mit dem Westen zu gefährden. Deshalb gibt es Möglichkeiten, wie aus der Waffenruhe ein echter Frieden werden könnte – man muss sie nur nutzen. Eine Analyse.

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          Am Strand ist der Geschützdonner weit weg, nirgendwo sind Kampfjets zu hören, die Straßen sind nicht verstopft mit flüchtenden Zivilisten: Wer in den vergangenen Tagen Urlaub in der Türkei machte, ob an den Küsten oder in Istanbul, ob in Troja, Ephesos oder Milet, der bekam kaum etwas davon mit, dass sich das Land im Krieg befand – und noch befindet. Mitte vergangener Woche marschierten türkische Truppen in Nordsyrien ein, um die kurdische Miliz zurückzudrängen und um Platz zu schaffen für die Rückführung syrischer Flüchtlinge.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Deren Anwesenheit sorgt in der Türkei zunehmend für Spannung. Zwar gilt derzeit eine Waffenruhe zwischen Ankara und den kurdischen „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG). Aber zum einen gibt es Berichte, dass sie nicht hält, zum anderen ist zwischen den Kriegsparteien umstritten, in welchem Frontabschnitt sie gilt. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoglu sagte, die Offensive sei nur unterbrochen, nicht gestoppt. Und so könnten das Schießen bald schon wieder losgehen.

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