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Trotz Milliardenverlust : Credit Suisse: Wir brauchen keine Staatshilfe

  • Aktualisiert am

6,0 Milliarden Franken Verlust im vergangenen Quartal Bild: AFP

Die schweizerische Großbank Credit Suisse hat im Schlussquartal 2008 einen milliardenschweren Verlust erlitten. Ins neue Jahr sei die Bank aber gut gestartet, sagt der Finanzchef: Staatshilfe brauche die Bank auch in Zukunft nicht.

          Die Schweizer Großbank Credit Suisse ist im abgelaufenen Geschäftsjahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht als erwartet. Nach einem Gewinn von 7,8 Milliarden Franken ein Jahr zuvor meldet die zweitgrößte Schweizer Bank nun ein Minus von 8,2 Milliarden Franken für das Gesamtjahr. Tags zuvor hatte bereits die größte Schweizer Bank, die UBS, einen Rekordverlust von knapp 20 Milliarden Franken vermeldet (siehe UBS meldet Rekordverlust von 19,7 Milliarden Franken).

          Es ist der größte Verlust in der 153-jährigen Unternehmensgeschichte der Credit Suisse. Allein im vierten Quartal hat die Bank einen Verlust von 6,0 Milliarden Franken (vier Milliarden Euro) eingefahren. Analysten hatten nach der Gewinnwarnung Ende November zwar mit katastrophalen Verlusten gerechnet, ihre Schätzung lag für 2008 jedoch bei einem geringeren Minus.

          Die Schweizer Großbank schraubt nach ihrem Milliardenverlust die Ziele zurück. Dennoch erwartet die Bank, dass sie weiterhin ohne staatliche Unterstützung durch die Finanzkrise kommt. Finanzchef Renato Fassbind sagte in einer Telefonkonferenz am Mittwoch, er glaube, dass das Institut auch in Zukunft keine Staatshilfe brauchen werde. Die Kapitalbasis der Credit Suisse sei solide, auch eine kleine Dividende soll es geben.

          Stellenabbau

          Der Start ins neue Jahr verlief den Angaben zufolge „sehr gut“. Alle Sparten hätten bislang einen Gewinn erzielt. Die Credit Suisse sei so aufgestellt, dass sie in einem schwierigen Marktumfeld weniger anfällig sei, aber auch von einer Markterholung profitieren könne, sagte Konzernchef Brady W. Dougan.

          An der Börse wurden die Nachrichten am Morgen zunächst mit einem Kursrutsch aufgenommen - später erholte sich die Credit-Suisse-Aktie wieder.

          Unterdessen bekräftigte das Unternehmen den geplanten Abbau von 5300 Arbeitsplätzen (siehe Bankenkrise: Credit Suisse streicht 5300 Stellen). Im vierten Quartal schrumpfte die Zahl der Stellen konzernweit bereits von 50.300 auf 47.800. Im Investmentbanking soll der Personalbestand Ende 2009 bei 17.500 Mitarbeitern liegen. Ende September 2008 waren es noch 21.300 gewesen.

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