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Trotz Krim-Krise : Bosch baut Russland-Geschäft aus

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Trotz der Krim-Krise will Bosch sein Russland-Geschäft ausbauen. Bild: Röth, Frank

Viele internationale Unternehmen in Russland treibt angesichts der Krim-Krise die Angst vor Enteignung um. Nicht so Bosch: Der Technologie-Konzern will seine Russland-Sparte sogar noch ausbauen.

          Trotz der anhaltenden Krise auf der Krim will der Technologie-Konzern Bosch in diesem Jahr sein Geschäft in Russland ausbauen. Das Unternehmen ist dort vor allem mit Elektrowerkzeugen erfolgreich. „Wir sind im vergangenen Jahr in Russland mit zehn von insgesamt 22 speziellen Produkten neu auf den Markt gekommen und werden das Angebot in diesem Jahr ausweiten“, sagte Geschäftsführer Henning von Boxberg. Die Firma verfolge den Konflikt in der Ukraine sehr genau. „Was wir momentan sehen, ist eine gewisse Kaufzurückhaltung.“

          Die Sparte Power Tools beschäftigt in Russland 700 Mitarbeiter, der russische Anteil am Umsatz der Bosch-Sparte liege im „mittleren einstelligen Prozentbereich“. Der Elektrowerkzeug-Geschäftsbereich sei dort 2013 doppelt so stark gewachsen wie der Markt. Weltweit stagnierte der Umsatz von Bosch Power Tools wegen Währungseffekten im vergangenen Jahr bei vier Milliarden Euro. In diesem Jahr soll das Geschäft aber zulegen.

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          Um das Wachstumstempo wieder anzukurbeln setzt die Bosch-Werkzeugsparte unter anderem in Russland auf sogenannte „frugal products“. Das sind Bohrmaschinen und Akkubohrer in einer etwas abgespeckten Version. Insgesamt hat Bosch 22 solcher Produkte im Angebot. Je nach den örtlichen Bedürfnissen wird eine entsprechende Teilmenge angeboten, verzichtet wird auf Komfort und Leistung. Der Bohrschrauber für den russischen Markt hat beispielsweise einen schwächeren Akku und ein niedrigeres Drehmoment als sein deutsches Pendant. Dafür ist das Produkt billiger.

          In China bietet Bosch solche speziell zugeschnittenen Produkte bereits seit drei Jahren an. Zwar seien weltweit die Preise für Elektrowerkzeuge leicht gesunken, mit der Konzentration auf die aufstrebenden Märkte, aber auch Akkutechnologien, Messtechnik und Zubehör, will die Bosch-Sparte 2014 allerdings zulegen, kündigte von Boxberg an. „Wir erwarten einen deutlichen Wachstumsschub, der sich in den ersten Monaten bereits abgezeichnet hat.“

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