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Kommentar zum Gewinnrückgang : BMW am Limit

BMW-Chef Harald Krüger beschwört eine erfolgreiche Zukunft, doch zumindest auf absehbare Zeit scheinen die Zeiten hoher Renditen passé. Es ist nur ein schwacher Trost, dass es den meisten Wettbewerbern kaum anders geht.

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          Wenn sich in der Gegenwart die Schwierigkeiten häufen, hilft manchmal der Blick in die Zukunft. Für Harald Krüger, den Vorstandsvorsitzenden von BMW, der sich anlässlich der Quartalszahlen wegen eines heftigen Gewinnrückgangs, der Dieselkrise und den Verwerfungen auf den Automärkten rechtfertigen musste, hat „Zukunftsorientierung absolute Priorität.“ Neue Stromautos, neue Abkommen über die Lieferung von Batteriezellen und neue Werke in China und Mexiko sollen BMW in eine Vorreiterrolle für die Mobilität von morgen bringen.

          Gern beschwört Krüger die Elektrifizierung der gesamten Modellpalette, die mit dem BMW iNext, einem noch dazu weitgehend autonomen Vehikel, Fahrt aufnehmen wird. Doch das ist Zukunftsmusik, der iNext kommt nicht vor dem Jahr 2021. Nach mehr als 30 Quartalen mit immer neuen Rekorden drücken aktuell die hohen Rabatte auf Neuwagen, die zahlreichen Rückrufe und der Handelskrieg zwischen Amerika und China den Gewinn. Gleichzeitig muss in die Elektromobilität und die Digitalisierung investiert werden.

          In dieser Gemengelage scheinen die Zeiten hoher Renditen auf Jahre passé. Es ist nur ein schwacher Trost, dass es den meisten Wettbewerbern kaum anders geht. Und in der elektrischen und autonomen Zukunft werden zudem neue Konkurrenten aus Fernost die Lage abermals verschärfen.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

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