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Trotz des Siemens-Skandals : Klaus Wucherer wird Infineon-Aufsichtsratschef

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Klaus Wucherer Bild: Archiv

Der frühere Siemens-Vorstand Klaus Wucherer soll neuer Aufsichtsratschef von Infineon werden und Max Dietrich Kley ablösen, der nicht mehr kandidieren will. Brisant an der Personalie ist: Siemens hatte Wucherer wegen seiner Rolle im Korruptionsskandal ins Visier genommen.

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          Der frühere Siemens-Vorstand Klaus Wucherer soll neuer Aufsichtsratschef von Infineon werden. Der Nominierungsausschuss des Kontrollgremiums habe sich für Wucherer ausgesprochen, teilte der Halbleiterkonzern am Dienstag mit. Sollte die Hauptversammlung Mitte Februar dem Vorschlag folgen, löst er Max Dietrich Kley ab, der nicht mehr für das Amt kandidiert.

          Siemens hatte Wucherer wegen seiner Rolle im Korruptionsskandal ins Visier genommen. Der Manager hatte vor wenigen Wochen eingewilligt, eine halbe Million Euro an den Konzern als Schadenersatz zu zahlen (lesen Sie dazu auch: Frühere Siemens-Vorstände bieten Schadenersatz an).

          Seit 1999 ist Wucherer Mitglied des Infineon Aufsichtsrates. Dort leitet er den Strategie- und Technologieausschuss. Zudem ist er Mitglied im Aufsichtsrat der SAP AG und der Leoni AG.

          Kley will nicht zur Widerwahl antreten

          Der bisherige Aufsichtsratschef Kley hatte im Mai erklärt, er werde auf der Hauptversammlung am 11. Februar 2010 nicht zur Wiederwahl antreten. Auf der zurückliegenden Hauptversammlung hatten ihn die Aktionäre mit 50,03 Prozent der Stimmen nur äußerst knapp entlastet. Für die angespannte Lage des Chipherstellers machten sie Kley mitverantwortlich.

          Neu in das Kontrollgremium soll zudem Hans Ulrich Holdenried aufgenommen werden. Holdenried war laut Mitteilung von 2004 bis 2008 Vorsitzender der Geschäftsführung der Hewlett-Packard GmbH Deutschland. Die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Manfred Puffer, Renate Köcher und Doris Schmitt-Landsiedel wurde ebenso nominiert wie Eckart Sünner.

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