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Triebwerksbauer Rolls-Royce : Sparkommissar in Turbulenzen

Um den britischen Traditionskonzern Rolls-Royce über den Corona-Abgrund hinwegzuretten, muss Vorstandschef Warren East das größte Sparprogramm seit Dekaden durchziehen. Bild: Bloomberg

Warren East muss den Flugzeugtriebwerkshersteller Rolls-Royce durch eine schwere Krise navigieren und verkündet einen großen Stellenabbau – der auch den Standort in Berlin betrifft. Doch reicht eisernes Sparen?

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          Es sei aktuell die „dunkelste Stunde“ für Rolls-Royce seit dem Zusammenbruch des Unternehmens in den siebziger Jahren und der folgenden Verstaatlichung, warnte Warren East kürzlich per Videobotschaft zur Hauptversammlung. Die Corona-Krise hat die Luftfahrtbranche auf den Boden gezwungen. Ihre Maschinen stehen still, die Flugzeughersteller Airbus und Boeing bestellen keine Triebwerke mehr – und bei Rolls-Royce, nach General Electric der zweitgrößte Triebwerkshersteller der Welt, beginnt eine Massenentlassung.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Mindestens 9000 Stellen werden abgebaut, fast ein Fünftel der international 52.000 Mitarbeiter muss also gehen. Auch der Standort Dahlewitz bei Berlin, an dem fast 4000 Mitarbeiter Triebwerke bauen, dürfte von Stellenstreichungen betroffen sein, vor allem aber der Stammsitz des Unternehmens in Derby in Mittelengland mit etwa 15.000 Mitarbeitern. Die Zahl 9000 beim Jobabbau dürfte „unterer Rand“ sein, sagt ein Rolls-Royce-Manager gegenüber der F.A.Z. „Wir gehen davon aus, dass es mehr sein werden.“

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