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Beliebte Arbeitgeber : Ich wär’ so gerne Polizist

Polizisten sichern eine Veranstaltung in Berlin. Bild: dpa

Der Staat ist für Schüler immer noch der beliebteste Arbeitgeber. Aber es gibt deutliche Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen. Und eine Branche verliert immer weiter an Attraktivität.

          Deutschland geht es so gut wie lange nicht, die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosigkeit befindet sich auf einem Rekordtief – doch junge Menschen wünschen sich offenbar vor allem eines: Sicherheit. 26 Prozent der Schüler zieht es nach dem Abschluss in den öffentlichen Dienst, wie eine Umfrage des Marktforschungsinstituts Trendence unter 20.000 Schülern der Klassen 8 bis 13 ergab. Zum Vergleich: 2016 waren es nur gut 17 Prozent. Der Wunscharbeitgeber ist dabei wie in den Vorjahren die Polizei. Jeder sechste Schüler (16,3 Prozent) will sich hier bewerben. Mit der Bundeswehr auf Rang drei und dem Zoll auf Rang neun befinden sich erstmals seit mehr als zehn Jahren drei Organisationen des öffentlichen Sektors unter den Top Ten.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Auffällig ist, dass die Automobilindustrie weiter an Attraktivität verliert. Im vergangenen Jahr hatte der öffentliche Dienst die Automobilhersteller erstmals als beliebteste Branche abgelöst, nun baut er seinen Vorsprung weiter aus. Zwar sind hinter dem Sportartikelhersteller Adidas auf Rang zwei mit BMW, Audi, Daimler und Porsche zahlreiche Automobilhersteller unter den beliebtesten Arbeitgebern vertreten. Doch zieht es nur noch rund 20 Prozent der Schüler in diese Branche. Im Jahr 2016 waren es noch knapp 25 Prozent. Der Volkswagen-Konzern hat sich nach dem Dieselskandal leicht erholt, liegt aber dennoch nur auf Rang 20.

          Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den Geschlechtern. So liegt es vor allem an den Mädchen, dass der öffentliche Dienst so beliebt ist: 31 Prozent von ihnen haben eine Vorliebe für den Staat als Arbeitgeber, unter den Jungen sind es hingegen nur 21 Prozent. 28 Prozent der Jungen wünsche sich eine Stelle bei einem Automobilhersteller, für Mädchen ist eher der Handel interessant. Bei den drei beliebtesten Arbeitgebern – Polizei, Adidas, Bundeswehr – sind sich Jungen und Mädchen hingegen einig.

          Wie aber informieren sich Schüler über mögliche Berufe? Das Handy hat erstmals den Computer abgelöst – zwei Drittel recherchieren auf diesem Weg. Als wichtige Ratgeber gelten nach wie vor die Eltern, allerdings nimmt ihr Einfluss ab. So finden 58 Prozent der Schüler den Austausch mit ihren Eltern hilfreich. 2015 waren es noch 77 Prozent. Ein knappes Drittel hört auf den Rat von Freunden. Der Einfluss von Verwandten, Freunden und Lehrern sei deutlich zurückgegangen, sagt Trendence-Geschäftsführer Holger Koch. „Schüler verlassen sich bei Entscheidungen zu ihrer beruflichen Zukunft mehr auf ihr eigenes Urteil.“

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