„Die Versorgung war und ist nicht unsicher“
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Windkraftanlagen in einem Windpark zwischen Aurich und Dornum Bild: Daniel Pilar
Viel Wind im Norden, nicht genügend Stromleitungen in den Süden: Warum der Netzbetreiber Transnet mittels App zum Stromsparen aufforderte – und damit für Angst vor einem Engpass sorgte.
Auf einmal schaltet die Stromnetz-Ampel auf Rot um: Dieses Alarmzeichen in einer neuen App sorgt auch Tage später für mehr Aufregung als Aufklärung im Südwesten. Der Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW will auf diesem digitalen Weg seine Kunden informieren und rief am Sonntag dazu auf, von 17 bis 19 Uhr möglichst wenig Strom zu verbrauchen. Sofort stieg die Unsicherheit: Heißt das, dass die Energie in Baden-Württemberg knapp wird? Kommt es im Südwesten zu Engpässen? Schlägt die Energiekrise jetzt doch zu?
Um zu beruhigen: Zu einem Ausfall ist es nicht gekommen. Der Ausgangspunkt für die Aufregung steckt in jener App „Strom gedacht“ von Transnet BW. Das Unternehmen will damit den Strombedarf der Verbraucher steuern und die Kosten für die Netzstabilisierung reduzieren. Wenn im Norden der Wind heftig weht, gibt es dort ein Überangebot an Erneuerbaren Energien. Die Netze reichen nicht aus, um den Strom in den Süden zu transportieren. An den Strombörsen sinken die Preise, teure konventionelle Kraftwerke im Süden rechnen sich deshalb nicht mehr und werden abgeschaltet. Im Süden gehen Reservekraftwerke ans Netz, doch nicht immer reichen die aus. Dann muss Strom aus dem Ausland importiert werden. Wenn die Bevölkerung in dem Zeitraum weniger Strom verbraucht, sinken die Kosten dieses Imports.
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