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Transformers : Endzeitschlacht in Kino und Kinderzimmer

Ära des Untergangs: Roboterheld Optimus Prime kämpft sich durch den vierten Teil der Transformers-Filmreihe Bild: Paramount Pictures

Es kracht mal wieder gewaltig, wenn die Transformers-Roboter ihren vierten Kampf auf der Kinoleinwand ausfechten. Was einst mit Spielfiguren begann, ist zum großen Filmthema geworden.

          4 Min.

          Aus diesem Metall sind Kinderphantasien. Äußerst selten soll es sein, in seiner Struktur höchst instabil und wandelbar – so geht die Geschichte. Kein Autokonzern baut daraus Fahrzeuge. Denn sie würden sich zuweilen von vierrädrigen Gefährten zu haushohen Robotern entfalten. Das macht kein Ferrari und kein VW Golf, das können nur Transformers. Am Wochenende sind die überirdischen Wesen, die der Spielwarenkonzern Hasbro und sein japanischer Partner Takara vor drei Jahrzehnten ersannen, zurückgekehrt in die Kinos – zunächst in den Vereinigten Staaten. An diesem Donnerstag blasen die Transformers dann in Deutschland zur ihrer bislang opulentesten Leinwandschlacht.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Branche spekuliert schon, ob der vierte Transformers-Film zu den großen Erfolgen des Kino- und Spielzeugjahres 2014 wird. Schätzungen zufolge kostete „Transformers 4“ rund 165 Millionen Dollar. Aber die Prognosen, wie viel die Phantasie-Roboter den Kinos und dem Spielwarenkonzern Hasbro einbringen werden, sind höher. Das Auftaktwochenende in Amerika brachte nach Branchenangaben ein Einspielergebnis von 100 Millionen Dollar. Und Hasbro erwartet für den Film, den es nach früheren Überlegungen von Regisseur Michael Bay, der alle Transformers-Filme inszensiert hat, ursprünglich nicht mehr hätte geben sollen, auch hierzulande Bestwerte bei den Zuschauerzahlen. „Wir rechnen in Deutschland mit 3,5 Millionen Kinobesuchern, beim ersten Teil 2007 waren es erst 1,5 Millionen“, sagt Roger Balser, der Deutschland-Chef von Hasbro.

          Fans wollen Roboter-Prügeleien sehen

          Dabei ist der Roboterkampf bis heute so mysteriös geblieben wie der Stoff, aus dem die Transformers gemacht sein sollen. Warum das alles? Diese Frage drängt sich beim Anblick der Kreaturen auf, die Hasbro über Jahrzehnte millionenfach in Kinderzimmer geschoben hat. Warum kämpfen ausgerechnet zwei Robotergattungen – die lieben Autobots und die bösen Decepticons – gegeneinander? Warum tragen die außerirdischen Techmonster ihr Gefecht auf der Erde aus? Warum entfalten sie sich dabei zu menschlichen-tierischen Kreaturen und klappen zu Lastwagen zusammen? Und warum geht in ihrem Kampf so unglaublich viel zu Bruch?

          Doch ganz im Gegensatz zur geheimnisvollen Herkunft des Transformer-Metalls, ist die Antwort ebenso irdisch wie knapp. Sie dient auch als Erklärung, warum Barbie es am liebsten rosa mag und warum kleine Mädchen von der Spielwarenindustrie mit Feen und Pferdchen bedacht werden. Es lohnt sich halt. Angeblich wollen Transformers-Fans hauptsächlich sehen, wie riesige Roboter aufeinander einprügeln.

          Zum vierten Mal hat Regisseur Bay eine endzeitliche Schlacht ersonnen, die auch in der Dauer alles Vorhergehende überbietet. Und zum vierten Mal hat er den Roboterkampf der Autobots um Optimus Prime und Widersacher Megatron mit einem Hauch Erotik garniert. Wohl für die Väter, die mit ins Kino gehen, übernimmt Jungschauspielerin Nicola Peltz diesen Part, den in früheren Episoden Schauspielerin Megan Fox mimte, die durch diese Auftritte bekannt wurde. Die Handlung des Films bleibt in ihrer Komplexität überschaubar, der wirtschaftliche Erfolg soll wieder groß sein.

          Wunderbare Werbe-Plattform

          Kino und Spielzeug bilden seit längerem ein ideales Paar. Dem Klötzchenkonzern Lego bereitet keine Produktlinie so viel Freude wie die Bausätze zu den „Star Wars“-Filmen. Gut jeden fünften Euro nahm der dänische Hersteller 2013 hierzulande damit ein. Polizeiwache und Feuerwehr aus der Klassikerreihe Lego-City können dabei nicht mithalten. Zuletzt hat Lego aber den Spieß umgedreht und nicht Figuren zur Kinogeschichte geliefert, sondern mit dem „Lego Movie“ aus der Geschichte um den Klötzchenstapler Emmet einen Film zu seinen Figuren produzieren lassen. Auch das lief gut.

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