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Wegen Investitionen : Toyota weitet seinen Einfluss auf Subaru

Das Logo des japanischen Autoherstellers Toyota. Bild: Reuters

Erst im August hatte Japans Marktführer Toyota Motor eine beidseitige Kapitalverbindung mit Suzuki angekündigt. Jetzt stockt der Marktführer auch seinen Anteil an Subaru auf.

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          Der größte japanische Autobauer Toyota Motor vertieft die Kapitalverbindung mit Subaru. Toyota werde seinen Anteil an Subaru von rund 17 auf mehr als 20 Prozent aufstocken, berichtete am Freitag vorab die für gewöhnlich gut informierte japanische Wirtschaftszeitung Nikkei. Eine Entscheidung wird für den späten Nachmittag Ortszeit erwartet, nachdem der Verwaltungsrat von Toyota darüber beschlossen hat. Nach dem Bericht wird im Gegenzug Subaru sich mit einer kleineren Kapitalsumme an Toyota beteiligen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Mit der Aufstockung des Anteils auf mehr als 20 Prozent würde Toyota Subaru künftig als verbundenes Unternehmen bilanzieren. Der kleinere Autobauer würde faktisch zum Teil der Toyota Gruppe.

          Subarus Stärke liegt im Vierradantrieb und bei sportlichen Nutzfahrzeugen (SUV), die in den Vereinigten Staaten und zunehmend auch in Europa vermehrt nachgefragt werden. Die Verbindung zwischen Toyota und Subaru geht auf 2005 zurück. Damals gab der amerikanische Konzern General Motors seine Beteiligung an Subaru, das noch als Fuji Heavy Industries firmierte, auf. Toyota griff zu und kaufte von GM einen Großteil der Anteile. Der japanische Marktführer unterstützte Subaru mit seinem Wissen über eine effiziente Produktion. Subaru hat zudem für Toyota Autos gebaut, darunter den Camry und einen Sportwagen. Toyota hat über Daihatsu Kleinstwagen an Subaru geliefert.

          Toyotas Präsident Akio Toyoda begründete die Zusammenarbeit mit dem Wunsch, immer bessere Autos zu bauen. Als Teil der vertieften Partnerschaft kündigten Toyota und Subaru an, neue vierradgetriebene Fahrzeuge zu bauen. Auch wollen sie eine Neuauflage des vor Jahren gemeinsam entwickelten Sportwagens Toyota 86/Subaru BRZ zur Produktionsreife bringen. Subaru wird auch mehr Modelle mit dem von Toyota entwickelten Hybrid-Antrieb bauen.

          Toyota stärkt Zusammenarbeit mit anderen japanischen Autobauern

          Toyotas Interesse an einer verstärkten Zusammenarbeit mit Subaru gründet in dem Erfordernis der großen Investitionen auf dem Weg zum Elektro-, zum selbstfahrendem und zum vernetzten Auto., Diese Kosten lassen sich leichter schultern, wenn mehrere Autobauer zusammenarbeiten. Im Juni hatten die beiden Autobauer die Entwicklung eines elektrisch betriebenen SUV angekündigt, der von beiden vermarktet werden soll. Subaru steht in der Elektrifizierung seines Angebots nicht an vorderster Front der Autobauer. Das Unternehmen ist in seinem Verkauf sehr vom nordamerikanischen Markt abhängig. In Japan machte Subaru in den vergangenen Jahren Negativschlagzeilen mit fehlerhaften Abgasprüfungen und Endkontrollen.

          In den vergangenen Jahren hat Toyota die Zusammenarbeit mit anderen japanischen Autobauern verstärkt und zunehmend in Kapitalverbindungen überführt. Erst Ende August hatte das Unternehmen angekündigt, sich mit fast 5 Prozent an den Kleinwagenspezialisten Suzuki Motors zu beteiligen, der auch ein wenig Anteile einen Toyota übernimmt. Eine analoge wechselseitige Kapitalbeteiligung hatte Toyota auch mit Mazda Motor.

          Toyotas Bestreben, kleinere Autobauer um sich zu scharen, führt in Japan zu einer Dreiteilung des Anbietermarkts. Rund um den Marktführer, der 2016 den Kleinstwagenhersteller Daihatsu vollständig übernommen hatte, sammeln sich Suzuki, Mazda und Subaru. Nissan Motor und Mitsubishi Motors arbeiten in einer Allianz mit dem französischen Hersteller Renault zusammen. Honda Motor, das in Japan allein dasteht, kooperiert in Sachen selbstfahrender Autos mit dem amerikanischen Hersteller General Motors.

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