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Größter Autohersteller : Toyota steigert Gewinn deutlich

Toyota-Mitarbeiter in Tokio Bild: EPA

Trotz der Verwerfungen durch die Corona-Pandemie hat Toyota Motor seinen Gewinn um 10 Prozent gesteigert. Der Marktführer prognostiziert keinen größeren Einfluss des Halbleitermangels auf sein Geschäft.

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          Nach dem vergangenen Pandemiejahr erwartet der größte Autohersteller der Welt, Toyota Motor, in diesem Geschäftsjahr eine starke Absatzerholung. Toyota prognostizierte am Mittwoch in Tokio, dass es 10,55 Millionen Autos oder 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr verkaufen werde. Der Überschuss soll um 2,4 Prozent auf 2,3 Billionen Yen (17,4 Milliarden Euro) anziehen. Die zuversichtliche Prognose folgt auf ein Geschäftsjahr, in dem Toyota Motor trotz der Belastungen durch die Covid-Pandemie den Gewinn deutlich steigerte.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Der Überschuss stieg in den zwölf Monaten bis März um 10 Prozent auf 2,25 Billionen Yen. Die Gewinnmarge erreichte 8,3 Prozent. Ein Grund dafür waren Bewertungsgewinne im Leasinggeschäft vor allen in Nordamerika. Ein anderer Grund war, dass Toyotas China-Ableger sich schnell auf die rasche wirtschaftliche Erholung nach dem in China früh beendeten Covid-Schock einstellten und 2 Millionen Autos oder 30 Prozent mehr als zuvor verkauften.

          In den anderen Märkten ging der Absatz dagegen zurück, besonders in Nordamerika und in Asien (ohne China und Japan). Insgesamt verkaufte Toyota im vergangenen Geschäftsjahr 10,46 Millionen Fahrzeuge oder 5,1 Prozent weniger als zuvor. Operativ verlief das Geschäft Toyotas außerhalb Chinas schlechter als zuvor. Der Umsatz fiel um 8,9 Prozent auf 27,2 Billionen Yen, der Betriebsgewinn um 8,4 Prozent auf 2,2 Billionen Yen.

          Kein größerer Einfluss des Halbleitermangels auf die Produktion

          Toyota ist dafür bekannt, dass es eher vorsichtige Prognosen setzt und diese lieber im Laufe des Geschäftsjahres nach oben revidiert. Ein wichtiger Faktor für die weitere Entwicklung wird dabei sein, wie sehr die Knappheit an Halbleitern die Automobilwirtschaft belasten wird. Der Finanzvorstand des Autoherstellers, Kenta Kon, sagte vor Journalisten, Toyota prognostiziere keinen größeren Einfluss des Halbleitermangels auf die Produktion.

          Risiken sieht das Unternehmen erst in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres. Kon betonte, dass Toyota die Vorteile einer eng abgestimmten Produktionsplanung mit den Zulieferern einfahre und von den Erfahrungen profitiere, die es nach dem großen Erdbeben und Tsunami im Nordosten Japans im Jahr 2011 gemacht habe.

          Aktienrückkauf im Wert von 250 Milliarden Yen

          Ganz ohne Schaden geht Toyota durch die angespannte Marktlage bei den Halbleitern indes nicht. Ohne die Knappheit bei den elektronischen Bauteilen wäre die Prognose für das aktuelle Geschäftsjahr nach Angaben des Unternehmens noch besser ausgefallen. Andere Autohersteller sind von den Ereignissen stark betroffen. Nissan Motor hatte erst am Dienstag erklärt, in den sechs Monaten bis September als Folge des Halbleitermangels 500.000 Autos weniger zu produzieren.

          Toyota kündigte am Mittwoch ein Aktienrückkauf im Wert von 250 Milliarden Yen an. Der Autohersteller erhöhte die Jahresdividende von 220 auf 240 Yen je Aktie.

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