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Autoindustrie : Toyota schüttelt den Halbleitermangel ab

Ein Logo des Autoherstellers Toyota auf dem 89. Genfer Autosalon im Jahr 2018 Bild: dpa

Der größte Autohersteller der Welt erwartet keine Produktionseinbußen durch den Engpass an Elektronikchips für die Autobranche. Toyota begründet das mit guter Vorbereitung und setzt die Prognose für das Gesamtjahr deutlich herauf.

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          Toyota Motor, der größte Autohersteller der Welt, zeigt der Konkurrenz, wie man sich auf eine Krise richtig vorbereitet. Während andere Autohersteller als Folge der globalen Knappheit an Halbleitern für die Autobranche ihre Produktions- und Absatzpläne zurücknehmen müssen, schüttelt Toyota den Engpass ab und erhöht seine Absatzerwartung. Das Unternehmen prognostizierte am Mittwoch, im im März endenden Geschäftsjahr 9,7 Millionen Fahrzeuge zu verkaufen oder 310.000 Stück mehr als noch im November erwartet. Im Vergleich zum vorherigen Geschäftsjahr wäre das immer noch ein Minus von 6,9 Prozent. Doch Mitbewerber wie Honda oder Nissan hatten erst am Dienstag mit Verweis auf die Knappheit der Halbleiter ihre Absatzprognosen um 100.000 bzw. 150.000 Stück verringert.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          „In der nahen Zukunft sehen wir als Folge der Chips-Knappheit keine Verringerung unseres Produktionsvolumens“, sagte Toyotas Finanzchef Kenta Kon in einer online abgehaltenen Pressekonferenz. „Auf mittlere Frist aber sehen wir Risiken der Knappheit.“ In Gesprächen mit Zulieferern höre Toyota, dass der Engpass bis zum Sommer andauern könne, sagte Kon. Vielleicht aber werde die Knappheit sich schon früher auflösen.

          Kon begründete die im Vergleich zur Konkurrenz bessere Position des Unternehmens damit, dass Toyota schon seit der globalen Finanzkrise 2008/2009 ein Warnsystem aufgebaut habe, um im engen Kontakt mit Zulieferern Knappheiten zu erkennen und zu lindern. Toyota gebe seinen Zulieferern recht sichere Produktionspläne auf Sicht von bis zu drei Jahren in die Hand. Zusammen mit einer intensiven Kommunikation mit den Zulieferern habe das Toyota in der jetzigen Lage geholfen, sagte Kohn. Im Rahmen von Notfallplänen habe das Unternehmen für alle Teile Vorräte für 4 bis 6 Monate sichergestellt, sagte der Finanzchef.

          Nach einem starken Anstieg des Gewinns im Zeitraum von Oktober bis Dezember hob Toyota am Mittwoch seine Prognose für das Geschäftsjahr deutlich an Toyota erwartet nun einen operativen Gewinn von 2000 Milliarden Yen (16 Milliarden Euro), 700 Milliarden Yen mehr als noch im November prognostiziert, aber 400 Milliarden Yen weniger als im Vorjahr. Der Überschuss soll 1900 Milliarden Yen erreichen und läge damit nur noch 136 Milliarden Yen niedriger als im Vorjahr.

          Wie effektiv Toyota die Pandemie gemeistert hat zeigt sich auch an der erwarteten operativen Gewinnmarge für das Gesamtjahr von 7,5 Prozent, die nur wenig niedriger liegt als die Marge des Vorjahres von 8 Prozent. Nach Veröffentlichung der neuen Prognose stieg der Aktienkurs von Toyota Motor an der Börse in Tokio zeitweise um 2,3 Prozent. Zum Handelsschluss in Tokio waren es noch 1,7 Prozent Plus.

          Die deutlich bessere Prognose gründet in der Erholung des Geschäfts am Jahresende 2020. Gestützt auf die Erholung des chinesischen und des nordamerikanischen Marktes hatte Toyota schon seit September Monat für Monat mehr Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum. Im Zeitraum von Oktober bis Dezember steigerte Toyota den operativen Gewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um 54 Prozent auf 987,9 Milliarden Yen (7,9 Milliarden Euro). Der Nettoüberschuss stieg um 50 Prozent auf 838,6 Milliarden Yen. Der Umsatz legte um 7 Prozent auf 8150 Milliarden Yen zu.

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