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Absatzrekord : Toyota kratzt an der Marktführerschaft von Volkswagen

Zum dritten Mal nacheinander hat der japanische Autobauer Toyota im ersten Halbjahr einen Absatzrekord erlangt. Bild: Reuters

Toyota Motor hat im ersten Halbjahr so viele Autos verkauft wie noch nie. Doch für die Marktführerschaft reicht es nicht: Volkswagen bleibt vorne. Dabei hat Toyota inzwischen eigentlich andere Ziele.

          Zum dritten Mal nacheinander hat der japanische Autobauer Toyota im ersten Halbjahr einen Absatzrekord erreicht. 5,311 Millionen Fahrzeuge oder 2 Prozent mehr als vor einem Jahr verkaufte der Konzern mit seinen Marken Toyota, Lexus, Daihatsu und Hino im Zeitraum von Januar bis Juni. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Tokio mit.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Doch für die globale Marktführerschaft reichte es abermals nicht. Die deutsche Volkswagen AG verkaufte in den ersten sechs Monaten des Jahres zwar 2,8 Prozent weniger, hält aber den Verkaufsrekord mit 5,365 Millionen Fahrzeugen. Volkswagen hatte schon in den vergangenen drei Jahren die Spitzenposition am Weltmarkt eingenommen.

          Toyota errang aber einen Achtungserfolg und kam auf Rang 2, weil die Allianz von Renault, Nissan Motor und Mitsubishi Motors im ersten Halbjahr deutlich absackte. Die Allianz verkaufte nach Berechnungen dieser Zeitung im ersten Halbjahr nur 5,2 Millionen Fahrzeuge oder 6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Nissan verlor 8 Prozent auf 2,6 Millionen und Renault 7 Prozent auf 1,9 Millionen Autos.

          Toyota setzt auf Qualität

          Nur der kleinste der Partner, Mitsubishi Motors, meldete mit 5 Prozent ein Plus. Die Zahlen zeigen, dass die Allianz sich nach dem Rauswurf des langjährigen Chefs Carlos Ghosn nicht nur neu finden, sondern auch einige ernsthafte wirtschaftliche Probleme lösen muss. In den beiden Vorjahren hatte die Allianz vor Toyota den zweiten Platz eingenommen.

          Die globale Marktführerschaft hat für Toyota nicht mehr ganz die Bedeutung wie früher, nachdem der Konzern noch vor etwa 15 Jahren das Absatzwachstum über alles gestellt hatte. Das führte zu Qualitätsmängel und einem schweren Reputationsschaden.

          Gründerenkel Akio Toyoda, der als Toyota-Präsident vor zehn Jahren das Ruder übernommen hatte, betont seither die Bedeutung des qualitativen Wachstums in der von ihm beschworenen Zeitenwende für die globale Autowirtschaft, die mit der Elektrifizierung und dem Vordringen von künstlicher Intelligenz einhergehe.

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