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Zukunft von Toyota : „Der Feind ist der Kohlenstoff, nicht der Verbrennungsmotor“

Sonderweg: Wasserstoffwagen von Toyota bei einem Rennen im Süden Japans Bild: Toyota

Die CO2-Emissionen müssen sinken, das ist klar. Doch darf es deshalb keine Verbrennungsmotoren mehr geben? Statt nur auf E-Autos zu setzen, erforscht Toyota lieber umweltfreundliche Kraftstoffe.

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          Toyota Motor und vier andere japanische Automobil- und Motorradhersteller haben sich zusammengefunden, um als Partner die Chancen von umweltfreundlichen Kraftstoffen für Verbrennungsmotoren zu erkunden. Dabei geht es um Wasserstoff, aber auch um synthetische Kraftstoffe auf Basis von Biomasse. Die Unternehmen werben dafür, dass das Bemühen um Klimaneutralität nicht zu einer Monokultur von Elektroautos führe, die durch Batterien gespeist werden.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          „Der Feind ist Kohlenstoff, nicht der Verbrennungsmotor“, sagte Akio Toyoda, Präsident des Marktführers Toyota, bei einem Autorennen in der Präfektur Okayama. „Wir brauchen unterschiedliche Lösungen“, sagte Toyoda. „Das ist der Weg, um die Klimaneutralität anzugehen.“ Toyoda versammelte dort auch die Chefs von Mazda Motor, Subaru, Yamaha Motor und Kawasaki Heavy Industries. Diese Besetzung verdeutlicht, wie sehr den Unternehmen daran liegt, auf dem Weg zu einem klimaneutralen Verkehr die Offenheit für andere Antriebslösungen als den Elektromotor nicht zu verlieren.

          Wasserstoff in einem Verbrennungsmotor

          Toyota arbeitet in Kooperation mit Yamaha schon seit Jahren an Verbrennungsmotoren, die als Brennmaterial nicht Benzin oder Diesel, sondern Wasserstoff nutzen. Während des Rennens der „Super Taikyu“-Serie steuerte Toyoda persönlich einen Rennwagen mit Wasserstoffmotor über die Rennstrecke. Der Toyota-Chef wich der Frage aus, wann er die Möglichkeit zur Kommerzialisierung der Technik sehe. Er betonte, dass Toyota auch mit Batterien gespeiste Fahrzeuge mit Elektromotor weiter entwickele, um der Nachfrage in manchen Märkten nachzukommen. In Sachen Wasserstoff fährt der Marktführer zweigleisig. Mit dem Brennstoffzellenfahrzeug Mirai hat Toyota schon ein Fahrzeug am Markt, in dem Wasserstoff in einer chemischen Reaktion Strom erzeugt, der einen Elektromotor speist.

          Neben Toyota kündigte Subaru an, dass es im kommenden Jahr an der Rennserie mit Autos teilnehmen wolle, die durch synthetischen Kraftstoff auf Basis von Biomasse angetrieben werden. Mazda Motor steigt mit einem mit Biodiesel angetriebenen Auto ein. Yamaha und Kawasaki erklärten, sie erwögen die gemeinsame Entwicklung von Wasserstoff-Verbrennungsmotoren für Motorräder. An dem Projekt sollen sich nach den Angaben auch Honda und Suzuki beteiligen. Wie weit die Zusammenarbeit der vier Motorradhersteller gehen soll, blieb unklar.

          Das Plädoyer für eine Vielzahl umweltfreundlicher Antriebstechniken gründet in der Überzeugung, dass unterschiedliche Regionen unterschiedliche Lösungen benötigten. Europa mit seiner hohen Bevölkerungsdichte und dem ausgebauten Stromnetz eignet sich danach gut für batteriegespeiste Elektroautos, während anderswo Verbrennungsmotoren mit umweltfreundlichen Kraftstoffen geeigneter sein könnten.

          Toyoda verwies auch auf 5,5 Millionen Arbeitsplätze, die in Japan am Auto hingen. Kleinere Unternehmen, die als Zulieferer völlig auf den Verbrennungsmotor ausgerichtet seien, seien ausgesprochen besorgt, was geschehe, sagte Toyoda. Er ist auch Präsident des japanischen Auto-Branchenverbandes.

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