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Rückstand auf Volkswagen : Toyota beschleunigt die Elektro-Aufholjagd

Ein Toyota mit Hybrid-Antrieb auf der Automesse in Peking im April 2018 Bild: dpa

Toyota ist in der Elektromobilität Pionier und Nachzügler zugleich: Die Japaner haben für den Hybridantrieb im Alleingang einen Markt entwickelt. Bei reinen Elektroautos hinken sie aber hinterher. Jetzt wollen sie nachziehen.

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          Der japanische Autohersteller Toyota Motor beschleunigt das Tempo, um schneller als bislang geplant mehr elektrifizierte Autos zu verkaufen. Toyota kündigte am Freitag in Tokio an, dass man die bislang für 2030 gesetzten Absatzziele wohl schon 2025, fünf Jahre früher als geplant, erreichen werde. Vizepräsident Shigeki Terashi teilte zugleich mit, dass Toyota mit drei chinesischen Herstellern von Batterien über eine Zusammenarbeit spreche. Die Ausweitung des Kreises der Batterielieferanten soll helfen, die Elektrifizierung der Toyotaflotte zu beschleunigen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Toyota führe Gespräche mit den chinesischen Herstellern Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL), dem global größten Batteriehersteller für Autos, wie auch mit BYD und GS Yuasa, erklärte das Unternehmen, ebenso wie mit Toshiba. Das ist ein indirektes Eingeständnis, dass die bisherigen Pläne unter anderem mit dem Partner Panasonic und mit Eigenproduktion nicht ausreichen, um die Nachfrage zu bedienen.

          Toyota plante bisher, bis 2030 rund 5,5 Millionen Fahrzeuge im Jahr als elektrifizierte Variante zu verkaufen, davon rund eine Million Fahrzeuge als Null-Emissions-Auto, also als reine Batterie- oder Brennstoffzellenfahrzeuge. Als elektrifizierte Autos sieht der japanische Marktführer, nach Volkswagen und der Renault-Nissan-Allianz Nummer 3 in der Welt, sowohl seine Hybrid-Varianten als auch Brennstoffzellen- und rein batteriegetriebene Elektroautos. Das Gros des Toyota-Absatzes hätte nach diesen Plänen auch 2030 immer noch einen Verbrennungsmotor an Bord.

          Nur 2500 Null-Emissions-Autos

          Nun aber berichtet Toyota von einem rasant steigenden Absatz seiner hybrid-getriebenen Fahrzeuge und sieht damit Chancen, die gesetzten Elektrifizierungsziele fünf Jahre früher als angestrebt zu erreichen. In Europa verkaufte Toyota im vergangenen Jahr fast 466.000 Hybrid-Fahrzeuge oder 18,5 Prozent mehr als zuvor. In Asien inklusive China stieg der Hybrid-Absatz um 42 Prozent.

          Diese Zuwächse sind imposant, doch ist der Anteil der elektrifizierten Öko-Autos am Gesamtabsatz Toyotas noch relativ klein. Die 1,63 Millionen verkauften elektrifizierten Autos machten im vergangenen Jahr 15,5 Prozent am Absatz aus. An Null-Emissions-Autos verkaufte Toyota 2018 gerade mal rund 2500 Stück des wasserstoffgetriebenen Mirai.

          Toyota ist ein Pionier und Nachzügler der elektrifizierten Autos zugleich. Pionier, weil es seit den neunziger Jahren mit dem Prius im Alleingang einen Markt für hybrid-getriebene Autos geschaffen hat, die mit Verbrennungs- und Elektromotor ausgestattet sind, und weil es 2014 den Mirai als wasserstoffgetriebenes Brennstoffzellenauto an den Markt brachte.

          Toyota ist aber auch ein Nachzügler, weil es anders als zum Beispiel der große Konkurrent Volkswagen die Zukunft nicht allein in batteriegetriebenen Elektroautos sieht und deshalb bei der Entwicklung des reinen Elektroautos hinterherhinkt. Erst 2020 wird Toyota ein erstes nur von Batterien angetriebenes Elektroauto in Serie an den Markt bringen, zunächst in China.

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