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Tourismus-Kommentar : Jung und günstig

  • -Aktualisiert am

Menschen unter 30 haben vielfältige Ansprüche an ihren Urlaub – und wollen günstig reisen. Bild: dpa

Die junge Generation hat vielfältige Reisebedürfnisse. Aber die Angebote der Tourismus-Unternehmen sind meistens nicht erschwinglich.

          Das Ende der Pauschalreise ist schon oft ausgerufen worden. Gekommen ist es nie. Für 2018 herrscht eitel Sonnenschein, die Buchungsumsätze liegen deutlich über dem Vorjahresniveau. TUI, Thomas Cook und Co. steuern in Deutschland auf einen für sie überaus erfreulichen Urlaubssommer zu.

          Doch das gute Klima vernebelt, dass großer Handlungsbedarf besteht, um einen künftigen Schrumpfkurs abzuwenden. Die Branche hat zwar viele treue Kunden, die noch über Jahre gute Geschäfte ermöglichen, doch der Nachwuchs in den Kundendateien fehlt. Wer nicht nur über steigende Preise seinen Umsatz erhöhen will, muss nun jüngere Kunden für sich begeistern.

          Das ist keine leichte Aufgabe: Die Generation der Urlauber unter 30 Jahren reist anders. Sie will mal faul am Strand liegen, das nächste Mal auf Erlebnistour in fremder Wildnis gehen und zuweilen lieber über Airbnb eine als authentisch wahrgenommene Unterkunft buchen statt in einem Hotel einzuchecken. Solche Erlebnisse können die klassischen Touristiker auch liefern.

          Ihnen fehlen aber vor allem Angebote, die für die junge Klientel auch erschwinglich bleiben. Zu stark wurde auf Premium-Vorzeigehäuser gesetzt. Nun ist eine Verjüngungskur für das Günstigsegment nötig. Das Gefährliche an dieser Aufgabe ist, dass ein Verschleppen nicht sofort negative Folgen zeitigt. Die kommen mit Verzögerung – aber sie kommen.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

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