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Ticket-Kommentar : Teures Fliegen

  • -Aktualisiert am

Ja, das Fliegen ist teurer geworden. Doch die Preisexplosion ist vorübergehend, obwohl selbsternannte Fachleute dies nur zu gern anders darstellen.

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          Jeder Kunde hat gern die Wahl. Noch lieber ist es ihm, wenn sich zwei Anbieter unterbieten, damit er ein Schnäppchen ergattert. Das Ende von Air Berlin hat bislang nicht zu diesem für Reisende schönen Resultat geführt. Im Gegenteil: Fliegen in Deutschland ist teuer geworden. Kurzfristig liegt das daran, dass Jets am Boden ausharren müssen und in der Luft fehlen, bis die EU über die Zerlegung befindet.

          Die Preisexplosion ist vorübergehend, obwohl es selbsternannte Fachleute nur zu gern anders darstellen. Sie sehen am Himmel die Monopolrepublik Deutschland von Lufthansas Gnaden ausgerufen. So hart wird es nicht kommen, man darf auf die EU-Prüfung vertrauen.

          Allerdings werden sich Hoffnungen auf scharfen Wettbewerb mit verbraucherfreundlicher Konkurrenz auf allen Strecken nicht erfüllen. Das liegt nicht nur an Lufthansa, sondern auch an fehlenden Herausforderern. Man möchte Kritiker, die nun die Zerteilung von Air Berlin verurteilen, fragen, wem sonst sie Inlandsstrecken übergeben hätten. Im Bieterverfahren hatten sich nur zwei Teilnehmer ernsthaft und dezidiert dafür interessiert: Lufthansa und Easyjet, die den Zuschlag bekamen.

          Das zu kritisieren ist leicht. Doch die Alternative wäre gewesen, diesen Air-Berlin-Teil direkt zu liquidieren. Die Folgen: zunächst mehr Arbeitslose, geringere Verkaufserlöse und trotzdem steigende Ticketpreise.

          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

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