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Umbau des Stahlkonzerns : Thyssen-Krupp zerlegt sich

Ein Stahlarbeiter von Thyssen-Krupp in Duisburg Bild: Reuters

Eines der letzten Industriekonglomerate will große Unternehmensteile verkaufen und geht wieder auf Partnersuche. Kommt jetzt die Deutsche Stahl AG ins Spiel?

          3 Min.

          Die Stahlsparte von Thyssen-Krupp hat Tradition, aber womöglich wenig Zukunft. Der Industriekonzern schaut sich nach Partnern um für das Geschäft. Und dabei kommt auch die Abgabe der Mehrheit durchaus in Frage: „Wir haben keine Denkverbote mehr“, sagte die Vorstandsvorsitzende Martina Merz in einer Telefonkonferenz am Dienstag. Neben einer Fusion oder einer Übernahme gebe es allerdings weiterhin auch die Option, den Konzernbereich in Eigenregie weiterzuführen. Der Aktienkurs des Industriekonzerns lag am Dienstag zeitweise mehr als 3 Prozent im Plus, er hat allerdings seit Jahresbeginn mehr als die Hälfte an Wert verloren.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Carsten Germis

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Erst Ende März hatte Thyssen-Krupp eine neue Stahlstrategie aufgelegt, um das lange vernachlässigte Geschäft dauerhaft in die Gewinnzone zu führen. In den nächsten sechs Jahren will der Industriekonzern 800 Millionen Euro in die Stahlsparte investieren, zusätzlich zu den jährlichen Investitionen von rund 570 Millionen Euro. Zudem sollen rund 3000 Stellen gestrichen werden bis 2026. Jede Lösung oder Konsolidierung müsse die zugesagten Investitionen beinhalten, forderte Stahlbetriebsratschef Tekin Nasikkol am Dienstag. „Einen zusätzlichen Arbeitsplatzabbau lehnen wir ab.“ Gerade nach dem angekündigten Verkauf der ertragreichen Aufzugsparte galt die Stahlsparte als wichtige Geschäftssäule.

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