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Klimaneutralität bis 2050 : Thyssen-Krupp will sauberen Stahl

Die Hochöfen 9 und 8 des Thyssen-Krupp-Stahlwerks in Duisburg Bild: dpa

Während die EU weiter zaudert, sich zur Klimaneutralität bis 2050 zu verpflichten, handeln einige Unternehmen freiwillig. Jetzt zieht auch ein wichtiger deutscher Stahlproduzent nach.

          Thyssen-Krupp hat sich konkrete Zwischenziele für die Verminderung seiner Treibhausgas-Emissionen gesetzt. Bis 2030 will der Konzern rund 30 Prozent klimaschädliche Emissionen aus der eigenen Produktion und der von außen zugekauften Energie einsparen. Die Belastung mit Treibhausgasen durch den Einsatz von Thyssen-Krupp-Produkten wie Aufzügen, Industrieanlagen oder Autoteilen sollen bis dahin um 16 Prozent sinken, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Fernziel bis 2050 ist ein „klimaneutraler“ Konzern. Auch die Stahlkonkurrenten Arcelor-Mittal und Tata Steel haben sich dieser Vorgabe verpflichtet. In Deutschland hat sich unterem anderem auch die Deutsche Post DHL die Klimaneutralität bis 2050 auf die Fahnen geschrieben.

          Während die Mehrheit der EU-Staaten noch zögert, bekennen sich Deutschland und acht weitere EU-Länder zu diesem von der Europäischen Kommission gesteckten Ziel. Thyssen-Krupp orientiere sich mit seiner Strategie am Pariser Klimaschutzabkommen von 2015, hieß es in der Mitteilung. Um den globalen Temperaturanstieg auf maximal 2 Grad zu begrenzen, legt dieses Abkommen Ziele zur Minderung des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen fest. „Als weltweit tätiges Industrieunternehmen haben wir einen besonders großen Hebel, mit ressourcenschonenden Produkten und Prozessen Treibhausgasemissionen nachhaltig zu senken“, ließ sich der Vorstandsvorsitzende Guido Kerkhoff zitieren.

          Rund 20 der 24 Millionen Tonnen Kohlendioxid, die Thyssen-Krupp jedes Jahr in die Luft pustet, kommen aus der Stahlproduktion. Mit den herkömmlichen Verfahren entstehen vor allem bei der Verhüttung des Eisenerzes zwangsläufig große Mengen des Treibhausgases. Angesichts immer strengerer Klimaschutzauflagen und steigender Kosten für CO2-Emissionszertifikate arbeiten alle großen Anbieter in Europa an neuen Technologien, um den Ausstoß zu vermindern.

          Thyssen-Krupp erprobt einerseits ein als Carbon2Chem bezeichnetes Verfahren, um Stahlwerksemissionen in Chemikalien für die Industrie umzuwandeln. Die größten Hoffnungen der Stahlkocher richten sich aber darauf, „grünen“, mit Hilfe von Ökostrom erzeugten Wasserstoff im Hochofen als Reduktionsmittel zu verwenden. Durch den Verzicht auf Kohle würde erst gar kein CO2 entstehen. „Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst“, sagte Kerkhoff. Thyssen werde auch seine Produkte konsequent in Richtung Klimaneutralität weiterentwickeln. Beispielhaft verwies der Konzern auf Lösungen für die Zementindustrie, um CO2 für eine Speicherung oder Weiterverarbeitung aus Verbrennungsgasen abzuscheiden.

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