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Thyssen-Krupp-Bilanz : Die Lage ist bedrohlich

  • -Aktualisiert am

Martina Merz geht voran, Aufgaben warten viele. Bild: EPA

Was wird aus Thyssen-Krupp? Der deutsche Traditionskonzern hat eine steinige Strecke vor sich. Gefordert sind jetzt harte Entscheidungen, die auch die Mitarbeiter treffen werden.

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          Es wird erst noch schlechter werden müssen, bevor es besser werden kann. Beim Umbau – oder sollte man besser von Sanierung sprechen? – von Thyssen-Krupp steht Anlegern und Beschäftigten eine lange Durststrecke bevor: Die neue Vorstandschefin Martina Merz schwört sie auf zwei, vielleicht sogar drei weitere Krisenjahre ein.

          Und die Jahresbilanz liefert ein verheerendes Bild. Die Lage ist bedrohlich. Mehr als eine Milliarde Euro hat der angeschlagene Stahl- und Industriekonzern im Tagesgeschäft verbrannt. Der Schuldenberg wächst, das knappe Eigenkapital schmilzt wie Schnee in der Sonne, die Dividende muss ausfallen.

          Merz, erst vor sieben Wochen aus dem Aufsichtsrat auf den Vorstandsvorsitz gewechselt, bringt es schonungslos auf den Punkt: Der Konzern hat sich jahrelang irgendwie durchgewurschtelt statt die überfälligen Verbesserungen konsequent und ernsthaft anzugehen.

          Keine ausreichende Finanzkraft

          Auch sie hat kein Patentrezept in der Tasche, es wird ein langer Weg der vielen kleinen Schritte. „Performance First“ haben schon ihre Vorgänger gepredigt, doch in den meisten Geschäftsbereichen ist davon wenig zu sehen. Die Renditen hängen teils meilenweit hinter den Ergebnissen der Branchenbesten zurück.

          Das zu ändern, bleibt die zentrale Herausforderung, an der Thyssen-Krupp entweder scheitert oder die Zukunft gewinnt. Fest steht aber auch: Die Geschäfte flott zu machen, kostet erst einmal viel Geld, das der Konzern nicht hat und deshalb sein Tafelsilber in Form der Aufzugssparte verkaufen muss. Nur wird es damit nicht getan sein. Unter dem Konzerndach gibt es zu viele Geschäftsbereiche, die nicht zueinander passen und bei Thyssen-Krupp keine Zukunft haben.

          Dem Konzern fehlt die Finanzkraft, um gleichzeitig Spitzenpositionen im Stahl, Anlagenbau oder Autozuliefergeschäft aufzubauen. Harte Entscheidungen sind gefordert, die auch die Mitarbeiter treffen werden. Aber sonst wird Thyssen-Krupp die Zeit davon laufen.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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