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Kommentar : Böses Erwachen

  • -Aktualisiert am

Ein U-Boot der australischen Marine: Die neue Flotte wird nicht von ThyssenKrupp gebaut. Bild: AFP

Australien bestellt seine U-Boote lieber bei der französischen Konkurrenz als bei Thyssen-Krupp. Schuld daran ist nicht die mangelnde Qualität der Produkte.

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          Für Thyssen-Krupp ist der Verlust des Großauftrags in Australien ein Schlag ins Kontor, wie nicht allein der Blick auf den Kursverlust an der Börse zeigt. Der Bau von zwölf U-Booten für die australische Marine hätte auf Jahrzehnte heimische Arbeitsplätze gesichert und in dieser Nische des Rüstungsgeschäfts für Innovationen über den Konzern hinaus gesorgt.

          Das Aus von Thyssen-Krupp wird von Militärfachleuten nicht mit mangelnder Qualität der Produkte, sondern mit fehlendem Gespür für geostrategische Zusammenhänge begründet. Danach sind bei der Vergabe eines so wichtigen Rüstungsprojektes in einer politisch so brisanten Region wie Asien die Interessen der vor Ort präsenten Supermächte zu berücksichtigen, also die Interessen Chinas und der Vereinigten Staaten.

          Doch die Militärplaner in Washington fühlten sich von den deutschen Vertretern aus Industrie und Politik unzureichend eingebunden. Der Rückschlag in Australien dürfte die Frage nach dem Verbleib der Marinesparte bei Thyssen-Krupp neu stellen. Zur Debatte stand einst der Verkauf an Rheinmetall, der damit zum nationalen Rüstungschampion aufsteigen wollte. Ob die Rheinländer jetzt einen neuen Anlauf wagen?

          Ulrich Friese
          Redakteur in der Wirtschaft.

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