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Nach geplatzter Tata-Hochzeit : Thyssen-Krupp sucht neue Stahl-Braut

  • -Aktualisiert am

Ein Hochöfner von Thyssen-Krupp Bild: dpa

Der Essener Industriekonzern will schrumpfen und sucht wieder nach einem Stahlpartner. Tata Steel ist offenbar weiter interessiert. Doch nicht nur im Stahlgeschäft sind Umbauten geplant: 20.000 Mitarbeiter sind betroffen.

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          Thyssen-Krupp wird sich weiter verkleinern. Dazu gehört, dass sich der Essener Industriekonzern im wichtigen, aber verlustreichen Stahlgeschäft nach Partnern umschaut. „Gespräche finden mit Kenntnis des Aufsichtsrats bereits statt“, teilte das Unternehmen mit. Die Notwendigkeit einer Konsolidierung in der Stahlbranche nehme auch durch die Corona-Krise weiter zu, weil es in Europa Überkapazitäten gebe, die strukturell größer würden, hieß es.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Im vergangenen Jahr wollte Thyssen-Krupp mit dem indischen Stahlkonzern Tata Steel fusionieren, was aber von der EU-Kommission untersagt wurde. Die Essener beschlossen daraufhin, das Unternehmen umzubauen und 3000 der etwa 28.000 Stellen in der Stahlsparte zu streichen. Neben chinesischen und schwedischen Stahlkonzernen soll auch weiterhin Tata Steel Europe an einem Zusammenschluss interessiert sein.

          „Keine Zeit zu verlieren“

          Auch für die Marinesparte lotet Thyssen-Krupp Möglichkeiten zur Konsolidierung aus und will sich von Unternehmensteilen trennen, die derzeit für einen Umsatz von etwa 6 Milliarden Euro stehen. Davon betroffen sind laut Unternehmen gut 20.000 der aktuell etwa 160.000 Mitarbeiter. „Wir haben schwierige und längst überfällige Entscheidungen getroffen. Thyssen-Krupp wird kleiner, aber stärker aus dem Umbau hervorgehen“, sagte die Vorstandsvorsitzende Martina Merz.

          Martina Merz, Vorstandsvorsitzende von Thyssen-Krupp, auf der Hauptversammlung des Konzerns am 31. Januar 2020 in Bochum

          Der Vorstand stellte die Pläne am Montag dem Aufsichtsrat vor. „Angesichts der äußerst herausfordernden Lage tragen wir auch schwierige Entscheidungen zum Wohle des Unternehmens mit“, teilte die Krupp-Stiftung mit, die mit 21 Prozent den größten Anteil am Konzern hält. „Thyssen-Krupp hat keine Zeit zu verlieren“, hieß es von der Stiftung, sie glaube aber fest an das Potential des Unternehmens.

          Mit dem Verkauf der ertragreichen Aufzugsparte an Finanzinvestoren fließen Thyssen-Krupp gut 17,2 Milliarden Euro zu. Das Geld muss das Unternehmen aber einsetzen, um Milliardenschulden und Pensionslasten abzutragen. „Angesichts der aktuell unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage wird sich das Unternehmen bei der Mittelverwendung erst einmal größtmögliche Flexibilität bewahren“, teilte der Konzern mit.

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