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Thyssen-Krupp : Kartellermittlungen kosten Hiesinger einen Teil seiner Abfindung

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Wollte, dass die Konzernrisiken auf seine Abfindung durchschlagen: Ex-Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Bild: EPA

Eine drohende Kartellstrafe kostet Thyssen-Krupp den Gewinn dieses Jahres. Ganz konkret weniger Geld bedeutet das auch für einen Mann: Ex-Chef Heinrich Hiesinger. Der Aktienkurs sackt weiter.

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          Das Ermittlungsverfahren gegen Thyssen-Krupp wegen möglicher Kartellabsprachen bei Stahlpreisen könnte auch Folgen haben für die Abfindung des früheren Vorstandschefs Heinrich Hiesinger. „Das sind Themen aus der Zeit vor Heinrich Hiesinger, die mit seiner Rolle nichts zu tun haben“, sagte Compliance-Vorstand Donatus Kaufmann zwar der am Samstag erschienenen „Rheinischen Post“. „Trotzdem wird die Rückstellung, anders als üblich, Auswirkungen auf die Abfindung von Heinrich Hiesinger haben.“

          Der im Sommer zurückgetretene Vorstandschef habe selbst Wert darauf gelegt, dass die Konzernrisiken bei der Berechnung seiner Abfindung voll berücksichtigt würden, sagte Kaufmann weiter.

          Wegen der Risiken aus dem Kartellverfahren rechnet der Industriekonzern im Geschäftsjahr 2017/2018, das am 30. September endete, kaum noch mit Gewinn. Thyssen-Krupp hatte sich wegen der Ermittlungen zudem nach eigenen Angaben für Rückstellungen entschieden, da man „erhebliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht ausschließen“ könne.

          Es sei lediglich ein Überschuss von 100 Millionen Euro zu erwarten, hieß es in der vergangenen Woche in der Konzernzentrale in Essen. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 271 Millionen Euro eingefahren. Die Prognose für den bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) wurde zudem von 1,8 Milliarden auf 1,6 Milliarden Euro gesenkt.

          In der vergangenen Woche sackte der Kurs der Thyssen-Aktie weiter auf nur noch 16,41 Euro. Vor einem Monat hatte er noch bei mehr als 20 Euro gestanden.

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