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Thyssen-Kommentar : Im Abstiegskampf

Eine rasche Lösung muss her: Noch mehr Führungslosigkeit im Abstiegskampf kann sich der deutsche Traditionskonzern nicht leisten.

          Die Lage des Industrie-Konzerns Thyssen-Krupp erinnert stark an einen Fußballklub, der mitten im Kampf um den Klassenerhalt weder einen richtigen Trainer noch einen Sportlichen Leiter geschweige denn eine Taktik für die bevorstehenden Aufgaben vorweisen kann. Seit Juli ist der Vorstandschef eine Zwischenlösung und das Amt des Aufsichtsratschefs de facto verwaist. Von einer Strategie ganz zu schweigen.

          Für das Unternehmen mit seinen mehr als 150.000 Mitarbeitern wird diese Mischung aus Orientierungslosigkeit und Entscheidungsstau mit jedem Tag mehr zur Last. Dass es dem Nominierungsausschuss bislang nicht gelungen ist, im ersten Schritt das Amt des Chefkontrolleurs neu zu besetzen, spricht Bände: Zu unterschiedlich sind die Interessen sowohl zwischen den Großaktionären Krupp-Stiftung und Cevian als auch zwischen ihnen und der starken Arbeitnehmerbank.

          Jeder clevere Manager ahnt, dass er zwischen diesen Mühlsteinen nur zerrieben werden kann, und winkt ab. Handwerkliche Fehler bei der Kandidatensuche kommen hinzu, so dass der letztlich Auserwählte mit dem Makel an die Arbeit gehen wird, alles andere als erste Wahl gewesen zu sein.

          Viel zu spät macht jetzt Ministerpräsident Armin Laschet Druck, der als Kuratoriumsmitglied der Stiftung eine besondere Stellung innehat. Eine rasche Lösung muss her, noch mehr Führungslosigkeit im Abstiegskampf kann sich Thyssen-Krupp nicht mehr leisten.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für die Unternehmensberichterstattung.

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