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Tourismusunternehmen : Das zweite Leben von Thomas Cook

Das Reisebüro Amrapali Travels wirbt in Jaipur in Indien im November 2012 mit dem Schriftzug und Logo von Thomas Cook Reisen. Bild: Picture-Alliance

Während andere darunter leiden, dass der Reisekonzern sie einfach hat sitzen lassen, geht es Thomas Cook in Indien blendend. Denn: Die Thomas Cook India Group hat mit seinem großen Namensvetter nicht mehr viel zu tun.

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          Sie wollen mit Thomas Cook vereisen? Vielleicht im nächsten Jahr nach Australien, an die Gold Coast und nach Sydney? Oder nach Ägypten, auf eine „Extravaganza mit Nil-Kreuzfahrt“? Alles kein Problem. Einfach auf die Webseite gehen, ein paar Klicks, die Kreditkarte nutzen und dann kann es bald schon losgehen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Und das, obwohl die ersten Heimkehrer des zusammengebrochenen Tourismuskonzerns damit ringen, ihre von den Urlaubshotels in Thailand erpressten Übernachtungsgebühren einzuklagen. Obwohl andere immer noch darunter leiden, dass der Reisekonzern sie einfach hat sitzen lassen an irgendeinem anderen Ende der Welt. Und wieder andere einfach nur enttäuscht sind, dass das Missmanagement des britischen Unternehmens sie um ihren wohlverdienten Urlaub geprellt hat.

          Doch gibt es ein Leben nach dem Tod – zumindest in Indien. Denn auch dort existiert Thomas Cook. Und dort erfreut sich das Reiseunternehmen bester Gesundheit – zumindest, soweit man weiß. Allerdings sieht es sich seit der Katastrophe seines großen Namensvetters gezwungen, auf seiner Webseite ein Banner einzublenden. Darauf heißt es: „Mit den jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem wohlbekannten britischen Reiseunternehmen Thomas Cook PLC., über die in den Medien berichtet wurde, ist es notwendig zu betonen, dass die Thomas Cook India Group seit August 2012 ein vollständig anderes Unternehmen ist.“

          Von kanadischem Unternehmen übernommen

          Denn damals übernahm die kanadische Fairfax Financial Holdings für 150 Millionen Dollar, und damit einem Nachlass von 18 Prozent auf den damaligen Aktienkurs,  77 Prozent an dem indischen Zweig. Die Mehrheit halten die Kanadier bis heute – wenn auch, in Indien alles andere als unüblich – über eine weitere Niederlassung namens Fairbridge Capital auf Mauritius. Mit Prem Watsa steht ein gebürtiger Inder hinter Fairfax Financial und damit auch Thomas Cook India.

          Was bislang ein Vorteil der Inder war, ist über Nacht zum Nachteil geworden: Denn ihr Logo gleicht dem der zusammengebrochenen britischen Gruppe wie ein Ei dem anderen. Und so taucht „Thomas Cook“ auch immer noch auf dem nun eingeblendeten Banner auf – so wie Desert Adventures, SITA oder Asian Trails.

          Die Geschichte reicht lang zurück: 1881 hatte Thomas Cook sein erstes Büro in Bombay eröffnet. Später weitete das Unternehmen ihr Netz auf 94 Städte im Süden Asiens aus. Madhavan Menon, schon vor dem Verkauf 2012 und bis heute Chef von Thomas Cook India, war schockiert von der Pleite des großen Bruders. Also dachte er darüber nach, sein Haus umzubenennen, um die „negative Wahrnehmung durch den Zusammenbruch“ zu vermeiden.

          Zugleich betonte er, das kanadisch-indische Unternehmen sei schuldenfrei. Und vielleicht, so sinnierte er später, werde er auch die Gunst der Stunde nutzen: Bis 2024 verfügte er nur über eine Lizenz, den Namen der bis vor kurzem noch großen Briten nutzen zu dürfen. Nach deren Pleite könnte die Chance kommen, den alt-eingesessenen Markennamen für den Subkontinent kaufen zu können. Im hinduistischen Indien gibt es eben immer ein nächstes Leben – selbst für gescheiterte Weltmarken.

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