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Nach Pleite : Thomas Cook-Chefs wegen Millionengehältern unter Beschuss

Flugzeuge des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook am Flughafen Manchester Bild: AFP

Das Management des Pleitekonzerns steht in der Kritik, während die Steuerzahler für die Rückholaktion von Hunderttausenden Reisenden zahlen müssen.

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          Die Pleite des Tourismuskonzerns Thomas Cook hat womöglich ein juristisches Nachspiel, nachdem das Top-Management wegen millionenschwerer Bonus-Zahlungen unter Beschuss geraten ist. Premierminister Boris Johnson griff die Konzernführung an. Er kritisierte die hohen Zahlungen als „verblüffend“. „Ich frage mich, ob es richtig ist, dass die Direktoren oder das Board sich selbst große Summen auszahlen, wenn ein Unternehmen so den Bach runtergeht“, sagte Johnson in New York beim UN-Klimagipfeltreffen.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Wirtschaftsministerin Andrea Leadsom hat den Insolvency Service, eine Abteilung ihres Ministeriums, aufgefordert, eine Prüfung des Zusammenbruchs des Reisekonzerns einzuleiten. Auch die Rolle des Managements soll untersucht werden. Das Verhalten der Vorstände und Aufsichtsräte müsse geklärt werden, nicht nur unmittelbar vor der Insolvenz, sondern auch ob sie die Gläubiger und die Pensionsfonds geschädigt hätten.

          Nach der Insolvenz von Thomas Cook am Montag hat der britische Staat eine Rückholaktion für etwa 150.000 Reisende ins Königreich organisiert. Die „Operation Matterhorn“, die angeblich etwa 100 Millionen Pfund kostet, wird zum Teil wohl von den Steuerzahlern finanziert werden müssen; ein Teil wird über einen Absicherungsfonds für Pauschalreisen abgedeckt.

          Wie hoch die Gehälter und Boni der Top-Manager von Thomas Cook waren, dazu gibt es unterschiedliche Angaben. Die „Financial Times“ schrieb, dass die Chefs in den vergangenen zehn Jahren 18,7 Millionen Pfund bezogen hätten. Die „Times“ schreibt von 20 Millionen Pfund für das Board (entspricht Vorstand- und Aufsichtsrat in einem) in fünf Jahren. Mehrere Boulevardzeitungen wie der „Express“, die „Daily Mail“ und der „Daily Mirror“ kritisierten indes auf ihren Titelseiten Gehälter und Boni von bis zu 50 Millionen Pfund für die „Fatcats“ (hohen Tiere) von Thomas Cook. Die Labour-Party rief die Manager dazu auf, das Geld zurückzuzahlen.

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