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Thermomix-Hersteller Vorwerk : Innovationsrezept

  • -Aktualisiert am

Eine Vorwerk-Mitarbeiterin schraubt in einer Fabrik in Frankreich an einen Thermomix. Bild: AFP

Mit dem neuen, digital aufgerüsteten Thermomix scheint Vorwerk wieder auf Erfolgskurs zu sein. Die Neuausrichtung wird zunächst teuer – doch der Konzern kann sich das leisten.

          Der Hype um das nicht eben billige Küchengerät Thermomix hat dem Wuppertaler Traditionsunternehmen Vorwerk über Jahre kräftige Zuwachsraten beschert. Früher mit biederem Staubsaugerimage behaftet, wurde die Marke mehr und mehr auch für junge und für männliche Zielgruppen begehrenswert. Jedoch endete der große Wirbel um den Küchenhelfer mit dem Aufkommen deutlich günstigerer Konkurrenzgeräte. Zuletzt verbuchte Vorwerk zweistellige Umsatzeinbußen.

          Mit dem neuen, digital nochmals erheblich aufgerüsteten Modell, scheint die Wende wieder geschafft zu sein. Die Umsätze ziehen an, es gibt sogar wieder lange Wartezeiten bei Bestellungen. Solche starken Wellenbewegungen zeigen, wie hoch die Bedeutung von Innovation ist. Hat das Familienunternehmen hier nicht die Nase vorn, wird es beim Verbraucher kaum Argumente für seine hochpreisigen Produkte finden.

          In dieser Erkenntnis setzt Vorwerk auf eine tiefgreifende Neuausrichtung, lässt sich diese rund eine halbe Milliarde Euro kosten und nimmt bewusst über einen gewissen Zeitraum hinweg erhebliche Ergebnisbelastungen in Kauf. Vorwerk kann sich das leisten, nicht zuletzt dank der ausgewiesenen Liquidität von mehr als einer Milliarde Euro. Einem gehobenen Mittelständler fällt langfristiges und vorausschauendes Denken am Ende auch leichter als auf Quartalszahlen schielende Konzernherren.

          Brigitte Koch

          Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

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