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Teures Kerosin : Fluglinien streichen Strecken und Jobs

  • Aktualisiert am

Teures Flugbenzin Bild: ddp

Die Fluglinien haben arg zu kämpfen mit den hohen Kerosinpreisen. Nun reagieren mehrere Airlines und fahren ihre Kapazitäten deutlich zurück. Air Berlin fliegt lieber nach Florida statt nach Schanghai, Tuifly streicht Strecken ersatzlos und bei United Airlines sollen mehr als 1500 Stellen wegfallen.

          Die Kerosinpreise sind aufgrund des anhaltend hohen Ölpreises auf Höhenflug. Die Fluglinien haben damit arg zu kämpfen, sowohl hierzulande als auch jenseits des Atlantiks. Nun reagieren mehrere Airlines in Europa und Amerika und fahren ihre Kapazitäten deutlich zurück. Betroffen sind Air Berlin, Tuifly, Delta, American Airlines und United Airlines.

          Die Fluglinien Delta und American Airlines teilten mit, ihre Inlandsflüge einschränken zu wollen. Delta kündigte an, die Kapazitäten auf Flügen innerhalb der Vereinigten Staaten im zweiten Halbjahr 2008 um 13 Prozent zu reduzieren. Der Mutterkonzern AMR der weltgrößten Fluglinie American Airlines gab eine Verringerung auf den Hauptstrecken um elf bis zwölf Prozent ab dem vierten Quartal bekannt. Das Unternehmen wolle in den kommenden zwei Jahren aber weiterhin 70 sparsamere Boeing 737-800 Modelle in Betrieb nehmen, hieß es. American Airlines hatte wegen des Rekordölpreises und der schwächelnden amerikanischen Wirtschaft schon zuvor ein Sparprogramm angekündigt, das unter anderem Stellenstreichungen umfasst.

          Die Fluggesellschaft United Airlines will wegen der stark gestiegenen Kerosinkosten bis zu 1600 Stellen abbauen und 100 Flugzeuge stilllegen, wie in der Nacht zum Donnerstag bekannt wurde. Insgesamt sollen die Kosten im laufenden Jahr um 400 Millionen Dollar sinken. Zudem kündigte die United-Airlines-Mutter UAL bei einer Investorenkonferenz in New York steigende Ticketpreise an. Dies solle den Umsatz auf das Jahr hochgerechnet um 250 bis 300 Millionen Dollar erhöhen. Zudem erhofft sich United Airlines höhere Einnahmen aus Bordverkäufen sowie anderen Verkaufsfeldern.

          Florida statt Schanghai

          Europäische Fluglinien wappnen sich ebenfalls gegen den hohen Ölpreis: Air Berlin gab am Mittwoch bekannt, das Streckennetz auszudünnen. Zum Winterflugplan sollen die Kapazitäten im Langstreckenverkehr um 30 Prozent gekappt werden. Die Fluggesellschaft Tuifly will im Sommerflugplan 2009 noch 74 Ziele ansteuern, sechs weniger als im diesjährigen Sommer. Die Zahl der Flugzeuge wird um drei auf 45 reduziert. Treibstoffpreise seien ein Grund dafür. Hauptgrund sei aber, die Ertragskraft von Tuifly zu steigern, sagte ein Sprecher.

          Air-Berlin-Chef Joachim Hunold sagte, mit dem Sparpaket solle ein Teil der stark gestiegenen Kerosinkosten aufgefangen werden. Die Höhe der erwarteten Einsparungen wurde vorerst nicht beziffert. Nach Angaben von Ende Mai rechnet Air Berlin für dieses Jahr damit, dass die Treibstoffrechnung rund 80 Millionen Euro höher ausfallen dürfte als im März veranschlagt. Vorgesehen ist auch, die Verwaltung der 2006 übernommenen Konzerntochter DBA in München aufzulösen. Für die verbliebenen 52 Beschäftigten werde ein Sozialplan erstellt.

          Im Winterflugplan sollen statt 134 nur 120 Flugzeuge eingesetzt werden. Ausgemustert würden vor allem ältere Jets mit einem höheren Treibstoffverbrauch. Die erst im Mai aufgenommenen Verbindungen nach Peking und Schanghai werden wieder ausgesetzt. Angesichts strittiger Überflugrechte für Russland rechne sich eine längere Ausweichroute nicht, sagte Hunold. Eingestellt werden auch Flüge nach Mauritius und Sri Lanka. Frequenzen reduziert werden sollen unter anderem nach Kapstadt und Bangkok. Häufiger bedient werden sollen dagegen Ziele mit hoher Nachfrage wie Florida. Die Kerosinzuschläge hat Air Berlin schon für Buchungen seit Wochenbeginn erhöht. Zu innerdeutschen und europäischen Städten stiegen sie von 22 Euro auf 25 Euro je Strecke.

          Effizienter und produktiver

          Bei Tuifly hieß es, der Sommerflugplan 2009 sei effizienter und produktiver gestaltet worden. Zu den Strecken, die gestrichen worden seien, zählten etwa die Verbindungen Hannover-Stockholm oder Köln-Linz. Die Zahl der wöchentlichen Verbindungen bleibe aber mit rund 900 in etwa gleich. Tuifly ist eine Tochter des Reiseriesen TUI Travel mit Sitz in London, an dem die TUI AG in Hannover die Mehrheit hält.

          TUI Travel und die Lufthansa verhandeln seit Monaten über eine Fusion ihrer Fluggesellschaften Tuifly und Germanwings, unter Einschluss der Regionalgesellschaft Eurowings. Der Tuifly-Sprecher wollte sich zum Stand der Verhandlungen nicht äußern. Die Lufthansa und TUI Travel wollen mit der Fusion gemeinsam gegen die Konkurrenz von Air Berlin sowie die Billigflieger Easyjet und Ryanair antreten. Tuifly war Anfang 2007 aus der Zusammenführung von Hapagfly und Hapag-Lloyd Express entstanden.

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