https://www.faz.net/-gqe-9vp56

Mehr als 100 Milliarden Dollar : Tesla überholt VW an der Börse

  • Aktualisiert am

Elon Musk, Mitgründer und Chef von Tesla Bild: AFP

Mit einem Börsenwert von mehr als 100 Milliarden Dollar ist das Unternehmen nun der zweitwertvollste Autobauer und verdrängt Volkswagen auf Platz 3. Gründer Elon Musk könnte davon finanziell profitieren.

          2 Min.

          Die Rekordrally der Tesla-Aktie hat auch am Mittwoch kein Ende gefunden. Nach einem Anstieg um mehr als sieben Prozent am Vortag setzten die Papiere nun noch einmal sechs Prozent drauf. Tesla war mit einem Kurs von 580 Dollar je Aktie erstmals in seiner knapp zehnjährigen Börsengeschichte mehr als 100 Milliarden Dollar wert.

          Darüber dürfte sich Gründer Elon Musk auch persönlich freuen, denn seine aktienabhängige Vergütung ist an den Marktwert von Tesla geknüpft. Geld gibt es erst ab 100 Milliarden Euro, also der Marke, die gerade überschritten wurde. Allerdings muss sich der Wert dafür 6 Monate darüber halten.

          Jetzt hat Tesla den bislang zweitwertvollsten Autobauer Volkswagen dank der Kursrally seit Ende Oktober im Eiltempo überholt. Die Wolfsburger bringen es derzeit auf einen Marktwert von umgerechnet knapp 100 Milliarden Dollar. Mit deutlichem Abstand führend bleibt allerdings Toyota mit einem Marktwert von umgerechnet mehr als 230 Milliarden Dollar.

          Für gute Stimmung sorgte am Mittwoch ein Analystenkommentar: Die Experten des Analysehauses Wedbush hatten ihre Zielmarke für die Aktien deutlich von 370 auf nun 550 Dollar nachgezogen. Am Vortag hatte der Analyst Pierre Ferragu von New Street Research mit Blick auf die kommenden Jahre sogar einen Tesla-Kurs von bis zu 1700 Dollar für möglich gehalten – allerdings nur im denkbar besten aller möglichen Szenarien.

          Der Tesla-Kurs hat sich in den vergangenen sechs Monaten mehr als verdoppelt, vor allem im Dezember nahm die Rally richtig Fahrt auf. Händler vermuten, dass Anleger in der Schwächephase des vergangenen Jahres in großem Stil Aktien leer verkauft und damit auf einen weiter fallenden Kurs spekuliert haben. Von Jahresende 2018 bis Mitte 2019 hatte sich der Kurs mehr als halbiert. Viele Analysten hatten in dieser Phase kein gutes Haar an dem Unternehmen gelassen.

          Immer wieder hatte Tesla Fertigungsziele verfehlt und dabei viel Geld verbrannt. Als es nach überraschend starken Quartalszahlen im Oktober mit dem Kurs plötzlich wieder nach oben ging, dürften viele Spekulanten ihre leer verkauften Positionen wieder eingedeckt haben. Das habe dem Kurs dann wohl zusätzlichen Anschub verliehen, argumentierten Händler.

          TESLA INC. DL -,001

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          „Der starke Kursanstieg hat viele Investoren verblüfft“, sagte Analyst Toni Sacconaghi von Bernstein Research. Vor allem in den Sektoren Automobilbau und Industrie sei eine Kursverdopplung großer Unternehmen innerhalb nur eines halben Jahres sehr selten. Im Autosektor habe es in den vergangenen 40 Jahren nur drei solcher Fälle gegeben: Die Aktien von Daimler und Ford nach der großen Finanzkrise sowie die Fiat-Aktie im Jahr 2017.

          Weitere Themen

          Coronavirus trübt Stimmung der Verbraucher Video-Seite öffnen

          GfK : Coronavirus trübt Stimmung der Verbraucher

          Die Nürnberger Marktforscher der GfK prognostizieren auf Basis einer Umfrage unter 2000 Verbrauchern einen Rückgang des entsprechenden Barometers um 0,1 auf 9,8 Punkte.

          Topmeldungen

          Nach dem Terrorakt in Hanau : Zeichen gegen das Gift

          Hanau steht unter Schock: Der Bundespräsident spricht von einer tiefen Wunde. Vertreter der Migranten-Community fordern von Innenminister Seehofer mehr Sicherheit. Und Hessens Ministerpräsident sagt, er könne die Angst verstehen.
          Beweissicherung am Tatort: Deutschland hat ein Problem mit Rechtsterror, das ist nicht mehr zu übersehen. Was jetzt?

          Morde in Hanau : Böser, als die Polizei erlaubt

          Statt zwischen Rechtsextremismus und Rechtsterror zu unterscheiden, sollte man beides bekämpfen. Der Staat und seine Organe müssen jetzt aufrüsten – technisch, aber auch mental.
          Lautsprecher: Johannes Kahrs im Bundestag

          Neuer Wehrbeauftragter? : Platz da, hier kommt Kahrs!

          Johannes Kahrs ist ein mächtiger SPD-Politiker im Bundestag und berüchtigt für seine robusten Methoden. Jetzt scheint er den Posten des Wehrbeauftragten anzustreben. Von einem geheimen Deal mit dem Fraktionschef ist die Rede.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.